Etwas überraschend wurde vor wenigen Tagen die 4. Generation des beliebten Einplatinenrechner Raspberry Pi ins Leben gerufen. Nachdem der 3B+ nur ein kleines Upgrade gegenüber dem Pi 3 war…gibt es bei dem Pi 4 einige doch äußerst interessante Änderungen und große Technologie Sprünge.

Performance Test Überblick:
CPU, Grafikkarte und Arbeitsspeicher

Prozessor

Der im Raspberry Pi 4B verbaute Broadcom BCM2711 Cortex-A72 Quad core Prozessor taktet pro Kern mit 1,5 Ghz und lag im Test leistungsmäßig durchschnittlich 30-40% über dem Broadcom BCM2837B0 Cortex-A53 des Pi 3B+. Eine beträchtliche Mehrleistung, die sich bei vielen Anwendungen deutlich bemerkbar macht.

RAM

Ein beeindruckendes Upgrade ist diesmal der Arbeitsspeicher, der in der größten Variante ganze 4 GB beträgt und damit 4 mal so groß gegenüber dem Vorgänger ist. Aber nicht nur mehr Platz bietet er, im Test lag die Geschwindigkeit beim 4B ca. doppelt so hoch. Grund für den Leistungssprung ist das Upgrade von LPDDR2 auf LPDDR4 SDRAM.

Grafik

Gleich zwei Micro HDMI Buchsen bringt der Raspi 4 mit und kann damit Auflösungen bis zu 4K liefern. Bisher klappte im ersten Test aber nur die Wiedergabe von 4K 30 Hz. 60 Hz sollen mit zukünftigen Treiber Updates noch unterstützt werden. In der Grafikleistung gab es mit OpenGL jedoch nur geringe Unterschiede und der PI 4 bot im Schnitt 14% Mehrleistung gegenüber dem 3B+. Eventuell wird hier mit neuen Updates aber noch mehr rausgeholt.

Netzwerk

Ein erfreuliches und eindeutiges Ergebnis – Die Netzwerkperformance des 4B schießt dank neuem USB 3.0 Controller besonders über Ethernet dem 3B+ davon. Obwohl der 3B+ ebenfalls schon über einen Gbit Anschluss verfügte, besaß er leider immer noch einen großen Flaschenhals.

Über WLAN gab es hauptsächlich beim 5 GHz nochmal einen Geschwindigkeitsschub.

USB

Stromverbrauch?

In der Stromaufnahme hat der 3B+ eher schlecht abgeschnitten und verbrauchte hier trotz nur geringem Leistungsupgrade zum 3B ein gutes Stück mehr. Der Pi 4 hingegen lag im Durchschnitt sowohl im Idle Betrieb als auch bei Maximallast etwa gleichauf im Verbrauch mit dem 3B+, bietet dafür aber ein großes Plus an Leistung.

3B+4B
Stromaufnahme Idle [W]2,322,48
Stromaufnahme Max [W]5,685,62

Stresstest – Temperatur

Bei aktuellen sommerlichen Temperaturen durften sich beide Raspis einem Stresstest beweisen. Der Test wurde bei 24°C Zimmertemperatur – ohne Gehäuse – durchgeführt.
Unter Volllast steigen beide Raspis innerhalb einer Minute auf knapp über 80°C an. Der 3B+ erreicht nach überraschend kurzer Zeit 81,6°C und drosselt danach die Leistung stark herab. Der 4er erreicht nach fast doppelter Zeit 82,2°C, drosselt anschließend aber sehr viel sanfter ab als der 3B+ und scheint auf längerer Sicht sehr viel besser mit der Wärmeentwicklung und Abfuhr klar zu kommen. Wer also dem Raspi alles abverlangen will sollte eindeutig zu dem 4B greifen.

Was gibt es zu vermissen?

Ehrlich gesagt ist das Hardware Upgrade des Raspberry PI 4 sehr gelungen und sollte viele Fans mehr als begeistern und zufriedenstellen. Besonders USB 3.0 und 4GB RAM sind ein langersehntes Highlight.

Als Sahnehäubchen hätte sich aus meiner Sicht aus noch ein eMMC Speicher anstelle der microSD Karte sehr gut gemacht. So könnte man hier nicht nur deutlich schnellere Schreib- und Lesegeschwindigkeiten erreichen sondern hätte auch das Problem der bekannten SD Karten Crash nach nicht ordnungsgemäßem Herunterfahren / plötzlicher Trennung des Stroms gelöst. In vielen Anwendungen wäre dies eine große Erleichterung.

Fazit

Mit dem Raspberry Pi 4 ist der Raspberry Pi Foundation ein wirklich ehrenbürtiger Nachfolger gelungen, bei dem vielen Fans das Herz höher schlagen wird. In einigen Bereichen gibt es wirklich gravierende Leistungsupgrades und gerade in der 4GB RAM Variante ist der Pi 4 ein richtiges Powerpacket und eignet sich nun endlich auch für anspruchsvollere Projekte wie einem NAS oder 4K Mediasystem.

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