Dockin D Mate 360° Bluetooth Lautsprecher im 4 Wochen Test + Vergleich mit Bose Soundlink Revolve

Kategorien Bluetooth Lautsprecher, Produkttest

Die Bluetooth Lautsprecherfamilie der Berliner Firma Dockin hat Zuwachs von einem 360° Grad Lautsprecher – dem Dockin D MATE – bekommen.

Neben dem momentan bekanntesten 360° Lautsprecher, dem Bose Soundlink Revolve, könnte der D MATE eine interessante Alternative zum halben Preis für viele sein.

Nachdem der Dockin D Fine alle meine Erwartungen übertroffen hat und für mich eins der besten Preis/Leistungslautsprecher bis 200€ immer noch ist, war ich sehr gespannt wie der D MATE sich schlägt. Nach 2 Wochen im täglichen Einsatz zu Hause sowie unterwegs, möchte ich nun in einem ersten Review von meinem Eindruck berichten. Außerdem gibt es noch einen Vergleich mit dem 360° Lautsprecher Bose Soundlink Revolve.

 

Erster Eindruck:

Schick verpackt und mit dem nötigsten Lieferumfang (USB-C Ladekabel, AUX-Kabel und Bedienungsanleitung) hat mich der D MATE besonders in Punkto Gewicht überrascht, als ich ihn das erste Mal in der Hand hatte. Im Gegensatz zu dem D FINE, welcher ein stolzes Gewicht auf die Waage bringt, ist der D MATE ein relatives Leichtgewicht für seine Größe. Er sieht und fühlt sich qualitativ gut an. Die gummierte Oberseite ist aber schon nach kurzem Gebrauch ein leichter Schmutzfänger.

Technische Details:

Mit seiner Größe von 220 x 85 x 85 mm bei einem Gewicht von 825 Gramm ist der D MATE auch ein guter Gefährte für unterwegs und lässt sich leicht in jede Tasche und jeden Rucksack verstauen. Die Akkukapazität liegt bei 6700 mAh und soll für bis zu 16 Stunden Spielzeit reichen. Ein 25 Watt Verstärker befeuert jeweils einen 25mm- Treiber auf jeder Seite. Zusätzlich befindet sich auf jeder Seite eine Passivmembrane.  Hier fällt schon mal ein anderes Prinzip wie bei Bose auf und der 360° Sound wird nur von rechts und links ausgestrahlt. Auf der Vorder- und Rückseite befinden sich keine Lautsprecher beim D MATE.

Neben einem apt-X Bluetooth Standard, der verlustfreie Audioübertragung verspricht, bietet der D MATE auch noch einen „Bassboost- Modus“.

Ein nützliches und nettes Feature – es lassen sich 2 D MATE Lautsprecher koppeln und zu einem Stereo Modus zusammenschalten.

 

 

Das Wichtigste zuerst – der Klang:

Ich war sehr gespannt auf den Klang und meine Erwartungen waren zugegebenermaßen nicht ganz so klein. Der Klang hat mich im ersten Moment dann..leider etwas enttäuscht und hörte sich irgendwie  „komisch“ an.

Habe dann quer durch die Genres Lieder durchgehört und mir gefiel der Lautsprecher irgendwann immer besser – vielleicht ist diese mysteriöse Einspielzeit daran Schuld? Wie auch immer. Ganz so richtig abgestimmt hört der D MATE sich auch nach 4 Wochen bei manchen Liedern nicht an. Je nach Lied und Genre fällt dies dann mal mehr mal weniger auf. Für einen Lautsprecher dieser Größe und diesem Preises liefert er aber einen insgesamt ordentlichen Klang und füllt Räume bis 25qm mit einem überraschend voluminösen Sound, wie es sonst nur deutlich größere BT-Lautsprecher oder kompakte Stereoanlagen schaffen.

Der Bass kommt leicht und nicht zu aufdringlich rüber, geht jedoch nicht all zu tief. Unter 60 Hz merkt man einen deutlichen Abfall, wie auch die Frequenzmessung zeigt. Die Mitten sind beim D MATE recht stark ausgeprägt, was bei diversenen Liedern zu einem etwas dumpfen und unnatürliche Klang führt. Die Höhen kommen sehr viel kräftiger als beim Bose Soundlink Revolve hervor und Vocals hören sich somit auch klarer an.

Der 360° Sound macht sich im Gegensatz z.B. zum D FINE deutlich bemerkbar und die Musik hört sich einfach räumlicher und fülliger an. Die Musik breitet sich viel besser im Raum aus und es ist egal, wo der Lautsprecher aufgestellt ist.  Gerade wenn man im Zimmer sich bewegt und mal nicht direkt vor dem Lautsprecher sitzt, kommt trotzdem aus jeder Richtung fast das gleiche Sounderlebnis auf. Man merkt aber dennoch einen kleinen Unterschied ob man sich seitlich vom Lautsprecher befinden, wo auch der 25mm Treiber + Passivmembrane sitzt oder dahinter bzw. davor. Vorne ist der Klang gut ausgeglichen und gleichmäßig, seitlich etwas lauter mit stärkeren Höhen und hinten leiser und etwas dumpfer. Trotzdem kommt sowohl bei einem Standort mitten im Raum als auch an einer Wand ein ganz passabler 360 Grad Sound zustande.

Der Bass Boost Modus ist bei niedrigen Lautstärken wirklich eine deutliche Verbesserung und bringt hier die Bässe viel besser rüber, die beim normalen Modus ab einer gewissen Lautstärke einfach untergehen. Bei höheren Lautstärken kommt es aber schnell zu einem Übersteuern und die Bassbetonung wirkt zu stark und schwammig. Meiner Meinung nach daher: Bass Boost für einen wärmeren Klang bei niedrigeren Lautstärken / Hintergrundmusik einschalten und ansonsten den normalen Modus aktiviert lassen.

Gerade für Outdoor ist der Lautsprecher auch interessant und habe ihm im Park dabei gehabt und bei Grillpartys. Hier hat der 360° Sound echte Vorteile und macht es auch mit der Positionierung des Lautsprechers einfacher. Für laute Partybeschallung ist der D MATE aber leider nicht so gut geeignet, da er auf hohen Lautstärken bei mir leicht übersteuert hat. Bei größeren Events mit mehr Leuten und einem höheren Geräuschpegel setzt sich der D MATE daher auch nicht so stark durch wie beispielweise der D FINE.

 

Frequenzmessung:

Ich habe jeweils eine Frequenzmessung von vorne als auch von der Seite gemacht, einmal mit und einmal ohne Bass Boost. Hier sieht man, dass beim Bass Boost die Tiefen von 80-150 Hz leicht angehoben werden, dafür die Höhen etwas abgesenkt sind –  der Verlauf wird aber sehr viel unruhiger und verzerrter. In allen Messungen sind die Mitten stark ausgeprägt, was bei manchen Liedern eben zu dem etwas matschigem oder unnatürlichen Klangbild führt. Da ein Großteil der Menschen die „Badewannen“-Abstimmung bevorzugt, in dem Tiefen und Höhen angehoben sind, trifft das Klangbild wahrscheinlich nicht jedermanns Geschmack. Wer aber einen Equalizer zur Hand hat, kann hier die Mitten ein bisschen rausnehmen und erreicht dadurch meistens schon eine gute Verbesserung (persönliche Meinung).

Von Vorne:

 

Normaler ModusMit Bass Boost

 

Seitlich:

Normaler ModusMit Bass Boost

 

Akkulaufzeit:

Im Hintergrundbetrieb bei 30% Lautstärke hat der D MATE mit 12-13 Stunden schon lange durchgehalten. Bei 70-80% Laustärke im Outdoor Betrieb hat er sich bei mir aber schon nach 6-7 Stunden nach einer Steckdose gesehnt ;-). Von der Akkulaufzeit her sind es meiner Meinung nach aber ordentliche Werte.

 

Stereo Link:

Die Stereolink Funktion konnte ich nur bei dem Bose in der Vergangenheit mal testen. Leider hatte mein zweites Modell des D MATE Probleme mit der Bluetooth Verbindung und das Koppeln mit einem zweiten Lautsprecher sowie Handy etc. hat nicht funktioniert. Aus Erfahrung kann ich aber sagen, dass der Stereo Modus einen riesigen Unterschied macht und es sich klanglich lohnt. So wird dies auch beim D MATE bestimmt ein tolles Feature sein. Wer hier mit dem Gedanken spielt – dem empfehle ich ganz klar lieber 2 D MATE´s statt einem Revolve zu kaufen.

 

Vergleich mit dem Bose Soundlink Revolve:

Ich muss sagen, dass ich von Anfang an den 360° Sound des Revolve wirklich toll finde. Leider hat er das Bose-typische bassstarke Klangbild, was je nach Lied gerade bei Vocals sich sehr dumpf anhört bzw. als hätte man ein Kissen vor dem Lautsprecher. In der Anfangszeit empfand ich den Klang des Bose angenehmer als den vom D MATE, mit der Zeit ziehe ich aber – mit einem Auge auf den Preisunterschied – den D MATE sogar vor und finde, dass er sich hier nicht verstecken braucht. Wenn man bedenkt, dass man für den Preis des Bose gleich 2 D MATEs erhält, die man auch noch in einen Stereo Modus schalten kann, dann erhält man hier definitv mehr fürs Geld. Der Revolve ist dafür ein Stück kompakter und fühlt sich hochwertiger an.

Lautstärkentechnisch schafft es der D MATE zwar höher wie der Bose, neigt jedoch viel schneller zum Übersteuern (ab ca. 60% Lautstärke) und bremst damit den Spaß. Der Bose übersteuert zwar nicht so schnell, dafür wummert der Bass bei höheren Lautstärken zu stark und die Höhen gehen unter. Outdoor ist auch der Bose Revolve nicht für größere Beschallungen geeignet und man muss hier dann auf jeden Fall zum größeren Bruder, dem Revolve+ greifen – sollte man mal mehr vor haben.

Der Gewinner des 360° Sounds ist aber eindeutig der Bose Soundlink Revolve! Ich finde es wirklich beeindruckend, wie gleichmäßig der Sound hier in jede Richtung verteilt wird und man hört wirklich keinen Unterschied, wenn man den Lautsprecher dreht oder sich im Raum bewegt. Hier liegt der D MATE aufgrund seiner seitlichen Soundaustrahlung im direkten Vergleich hinten dran, braucht sich aber nicht zu verstecken.

– Wer einen kompakten Lautsprecher mit einem Basspräsenten Klangbild sucht und viel Wert auf den 360° Sound legt, dem rate ich zu dem Bose Soundlink Revolve. (ideal für Genres wie Electronic, RnB, Jazz, Drum & Bass …)

– Wer einen preisgünstigen 360° Lautsprecher sucht mit ausprägteren Mitten und Höhen, der sollte sich den D MATE auf jeden Fall mal anhören. (ideal für Genres wie Pop, Dance, Klassik, Rock …)

 

Meinung von Freunden:

Da ich mich wirklich etwas schwergetan habe mit der Einschätzung des Klangs des D MATE, habe ich meine Freunde immer um ihre Meinung gefragt und auch einen Blindtest mit dem Bose und dem Dockin gemacht.

Die Meinungen waren hier sehr gespaltenen. Dem Großteil gefiel der Klang des Bose Revolve besser, da er einen stärkeren sowie tieferen Bass wiedergibt aber auch präziser klingt. Im Gesamten wurde der Klang des Bose als klarer und detailierter beschrieben, wobei die Höhen dumpfer und gedämpfter sind als beim D MATE. Gerade bei Liedern mit vielen Vocals wie beispielweise von Adele, fanden alle den Klang des D MATE als angenehmer und ausgeglichener. Der Bose fand bei Genres wie Electronic und Jazz dahingegen mehr Gefallen.

Einen richtigen Gewinner kann man hier also nicht festlegen. Alle waren sich jedoch in einem Punkt einig:  Den Aufpreis des Bose Revolve von 80-90 € wäre der Klangunterschied keinem wert gewesen. Preis/Leistungsmäßig schneidet der D MATE also positiv ab.

Fazit:

Für 99€ bietet der D MATE  mit einem 360° Sound und einer Stereo Link Möglichkeit interessante Features, die momentan kaum ein Bluetooth Lautsprecher in diesem Preisgebiet liefert. Die Verarbeitung wirkt qualitativ und solide, sodass er auch für Outdoor Einsätze bestens geeignet ist. Mein Befinden bezüglich des Klangs hat in den 4 Wochen bisher seine Hochs und Tiefs gehabt.. Anfangs war ich enttäuscht, mittlerweilen finde ich den Klang gar nicht mal so schlecht und gefällt mir in manchen Situationen sogar besser wie beim Bose Revolve. Der Klang ist besser ausgeglichen als beim Bose, der Bass kommt gut rüber, ist jedoch nicht zu aufdringlich und die Höhen klingen klar. Dennoch kommen die Tiefen beim Bose einfach präziser und kräftiger rüber, wohingegen stärkere Bässe beim D MATE eher schwammig werden und tiefere Frequenzen wie 60 Hz nur noch schwach oder ungenau wiedergegeben werden. Der Sound des D MATE bringt genügend Fülle mit und dank des 360 Grad Sounds erhält man einfach einen sehr viel räumlicheren Sound gegenüber normalen Lautsprechern. Und ja das merkt man im Alltag wirklich deutlich.

Sowohl der Bose als auch der Dockin haben hier ihr eigenes charakteristisches Klangbild, welches zwei verschiedene Geschmäcker trifft. Beide haben aber ihre Schwächen.

Wer ist jetzt also besser?

Mein persönlicher Gewinner: Dockin D MATE

Anfangs vom Bose überzeugt würde ich mittlerweilen zum Dockin D MATE greifen aufgrund des besseren Preis/Leistungsverhältnis. Gerade wenn man sich zwei Lautsprecher holen möchte erhält man für 200€ mit dem D MATE ein starkes Packet. Bei Bose muss man hier für ein Stereo Paar schon stolze 400€  hinlegen, was mir der Klang dann definitiv nicht wert wäre.

Lässt man den Preis aber mal aus den Augen und vergleicht nur den Klang – so ist der Bose Revolve klanglich überlegen und hört sich einfach in vielen Situationen etwas besser an.

Möchtet ihr euch selbst mal einen Eindruck machen (was bei Lautsprechern immer zu empfehlen ist 😉 ) oder sollte ich euer Interesse am neuen Dockin D MATE geweckt haben, dann könnt ihr ihn euch unter diesen beiden Links für aktuell 99€ bestellen.

DOCKIN D MATE auf Amazon

DOCKIN Homepage

 

DOCKIN D MATE

99,99€
7.3

Klang

5.0/10

Verarbeitung

9.0/10

Akkulaufzeit

8.0/10

Preis/Leistung

7.0/10

Pros

  • 360 Grad Sound für wenig Geld
  • Leicht
  • Outdoor geeignet
  • Stereo Pairing möglich

Cons

  • Klang nur mittelmäßig
  • relativ groß
  • keine hohe Maximallautstärke, neigt schnell zum Verzerren auf höheren Lautstärken
  • nicht optimale Klangabstimmung
  • zu wenig Bass, nicht tief genug

3 Gedanken zu „Dockin D Mate 360° Bluetooth Lautsprecher im 4 Wochen Test + Vergleich mit Bose Soundlink Revolve

  1. Hi!
    Danke für den Test. Mich würde mal interessieren, ob der Dockin D Mate im 2-Geräte-Betrieb echtes Stereo bietet, also ob man klanglich zwischen links und rechts unterscheiden kann. Oder ob da einfach nur die gleiche Musik aus zwei verschiedenen Lautsprechern kommt.

    Gruß, Jens

    1. Hallo Jens,
      da leider einer meiner Dockin D Mates nicht funktioniert hat, konnte ich das Stereo Pairing nicht ausprobieren.
      Daher möchte ich dir jetzt erst mal nichts falsches sagen. Werde es in der nächsten Zeit mal in Erfahrung bringen und dir dann Bescheid geben. Würde es gerne selbst mal getestet haben, da ich es bisher nur vom Bose Revolve und JBL Pulse 2 kenne und es hier um Vielfaches besser geklungen hat, als nur ein Lautsprecher.

      Viele Grüße,
      Patrick

  2. Hallo,
    danke erst einmal für den Bericht. Suche einen robusten und mobilen Bluetooth Lautsprecher für unterwegs .. Outdoor geeignet eben.
    Hatte bis jetzt den JBL Flip 4 oder Charge 3 ins Auge gefasst. Ist der Dockin D MATE hier besser? Preislich liegen sie ja in etwa gleich.

    Gruß, Andreas

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