Wer sensible Geräte bei sich im Haushalt hat und Angst vor Datenverlust oder Schäden durch Überspannung hat, für den könnte ein USV System eine interessante Anschaffung sein. Die Anschaffungskosten halten sich im Rahmen und sollte es mal zu einem Stromausfall oder ähnlichen Situationen kommen, dann ist man froh wenn alle Geräte geschützt sind und man keine Angst um Datenverlust haben muss.

Das APC BE550G-GR USV-System bietet 8 Steckdosen, wobei 4 davon mit einer Batterie bei Stromausfall gepuffert sind. Zusätzlich hat man 3 RJ45 Datenanschlüsse, an denen man Geräte wie Telefon oder Modem anschließen kann. Ein Port davon dient als Datenanschluss, mit dem man den PC mit dem USV-System verbinden kann und so eine Status Übersicht hat und diverse Einstellungen vornehmen kann.

 

 

Lieferumfang und erster Eindruck:

Neben dem USV-Gerät liegen außerdem ein USB-RJ45 Kabel mit dabei, um die USV mit dem PC zu verbinden und ein Telefonkabel. Außerdem eine Software CD mit dem Programm „PowerChute“ und selbstverständlich eine Bedienungsanleitung. Die Bedienungsanleitung ist übersichtlich und verständlich erklärt und besitzt auch ein paar aussagekräftige Bilder. So bekommt man einen guten Überblick von allen Anschlüssen und Funktionen und die Einrichtung sollte für jeden kein Problem sein.

Auf den ersten Blick macht das APC BE550G-GR einen gut verarbeiteten und vertrauenswürdigen Eindruck. Auf dem Gerät ist ein unterschriebener Zettel aufgeklebt mit einer Checkliste für verschiedene Qualitäts-und Sicherheitstests, welche das Produkt natürlich alle bestanden hat.

Erst einmal kurz zu der Einrichtung:

Vor dem ersten Betrieb muss auf der Unterseite die Klappe geöffnet werden und ein Batteriekabel angesteckt werden, welches aus Sicherheitsgründen abgetrennt wurde. Beim ersten Anstecken lädt sich der Blei Akku vollständig auf und schon ist das System einsatzbereit.

 

Die Anschlüsse und das Funktionsprinzip:

Bei den oberen 4 Steckdosen werden alle gegen Über-/Unterspannung gesichert und sind bei einem Stromausfall für ein paar Minuten gepuffert. Die Linke Dose dient als Master Port. Die unteren 4 Steckdosen sind dagegen nur gegen Spannungsschwankungen geschützt und sollten somit für weniger wichtige verwendet werden, bei denen ein Stromausfall keine großen Auswirkungen hat, wie zB. Monitore, Drucker, Lautsprecher..

An der Seite befinden sich dann noch 3 RJ45 Dosen. Hier kann man an der obersten die PC- Verbindung herstellen mit dem beiliegenden USB Kabel. Hierfür gibt es auch noch eine extra Software auf die ich weiter unten genauer eingehe. Außerdem lassen sich hier aber Geräte wie Telefon oder einem Modem anschließen und mit absichern.

 

 

Master/Slave Funktion:

Durch den rechten der beiden Knöpfe kann man dann die Master/Slave Funktion aktivieren. Das heißt, dass man beim Masterport ein Hauptgerät anschließt, wie zB. einen Computer und an die anderen Steckdosen Peripheriegeräte wie Drucker, Lautsprecher usw. Wird der Computer dann ausgeschaltet oder in Ruhemodus versetzt, schalten sich alle Slave Dosen aus, um Strom zu sparen. Dies funktioniert auch einwandfrei. Die Funktion erfordert aber eine kleine Kalibrierung, dass die Master Dose erkennt, wann der PC denn ausgeschaltet ist und benötigt dazu einen Schwellenwert. Ich habe hierzu meinen PC einfach in den Standbymodus versetzt. Anschließend die „Master“ Taste ca. 6 Sekunden gedrückt halten und der Schwellenwert ist eingestellt. 

Finde diese Funktion sehr nützlich. Gerade am Arbeitsplatz hat man neben einem Computer noch einige Zubehörgeräte, welche man aber nur benötigt, wenn der PC auch angeschaltet ist. Das gleiche ist bei mir am Fernseher. Hier lassen sich dann Geräte wie AV-Reciever, Blueray Player und Mediacenter mit dem Einschalten des Fernsehers an bzw. ausschalten.

 

Funktionsfähigkeit und Erfahrung:

Ich habe das USV-System nun schon einigen unterschiedlichen Tests unterworfen. Bei einem Stromausfall schaltet das USV immer sofort ohne annähernde Unterbrechung um auf Batteriebetrieb. Es gab hier keine Probleme bei meinen Geräten und jedes lief noch ohne Beeinträchtigung weiter. In meinem Fall habe ich meinen PC, NAS, Raspberry Pi mit Smart Home Plattform und Router an die Hauptports angeschlossen. Im normalen Betrieb (Leerlauf) verbrauchen die Geräte zusammen ca. 80-90 Watt. Bei diesem Verbrauch hat das USV-System 22 Minuten! mit der Notstromversorgung durch die Batterie durchgehalten. Also mehr als genug Zeit, um alles zu sichern und alle Geräte ordnungsgemäß herunterzufahren.

Die Master/Slave Funktion ließ sich einfach einrichten und hat soweit auch gut funktioniert. Aber, wenn ich zum Beispiel meinen Laptop an den Master Port angeschlossen habe, hat das USV immer mal wieder mittendrin die Geräte ausgeschaltet, obwohl der Laptop eingeschaltet war. Das passierte, wenn man den Laptop für ein paar Minuten nicht verwendet hat und er im Leeerlauf den Bildschirm ausgeschaltet und die CPU runtergetaktet hat. Hier hat das System dann gedacht, dass man den Laptop ausgeschaltet hat, obwohl ich bei der Schwellenwert Konfiguration den Laptop komplett ausgeschaltet habe. Gleiches gilt für die Zustandsunterscheidung „Ruhezustand“ und „komplett Aus“, welche ab und zu nicht richtig erkannt wird. Das spielt aber nur eine Rolle, wenn man die Slave Geräte trotzdem angeschaltet haben möchte, wenn der PC im Ruhezustand ist.

Stromverbrauch:

Kommen wir zum Stromverbrauch des USV-Systems, welcher auch für mich eine wichtige Rolle spielt. Folgende Werte habe ich gemessen, ohne dass Geräte am USV angeschlossen waren:

Ladezustand: 7,8 Watt

Standby: 4,6 Watt

„Aus“: 2,7 Watt

Man sieht, dass hier durchgehend doch ein relativ hoher Standby Verbrauch stattfindet. Im Endeffekt gleicht sich der Verbrauch des USV System in meinem Test mit der Energiesparfunktion aus. Da man immer 3 Geräte so schlau komplett vom Strom trennen kann, habe ich hier durchschnittlich 4-5 Watt Standby Strom gespart.

Noch eine kleine Beispielrechnung, wenn das USV-System mit 4,6 Watt Standby Verbrauch 1 Jahr lang läuft, dann kostet es bei einem Strompreis von 0,26€ — 10,45€ im Jahr. Sollte es hier einmal zu einem Stromausfall oder gefährlichen Überspannungen durch einen Blitzeinschlag kommen, dann hat man aber einen ärgerlichen Datenverlust vermieden und seine teuren Geräte vor Schäden geschützt. Meiner Meinung nach also eine lohnende Investition.

 

Software – PowerChute:

Mitgeliefert wird eine Software CD mit dem Programm PowerChute. Mit einem USB Kabel kann man das USV System mit dem PC verbinden und sich dann in der Software verschiedene Daten zur Laufzeit, Ausfällen oder Störungen anzeigen lassen. Zusätzlich kann man einige Einstellungen hier tätigen wie unter anderem die Empfindlichkeit des Gerätes gegenüber elektrischer Störungen, Schwellenwerte für Spannungsschwankungen oder Grenzwerte für das Energiespar Programm mit der Master-/Slave Funktion.

Die Software ist eine nützliche Ergänzung und das Einrichten von verschiedenen Einstellungen hat bei mir problemlos geklappt.

 

 

 

 

Fazit:

Das APC BE550G-GR macht für den Preis einen rundum guten Eindruck und bietet einen nützlichen Funktionsumfang. Die Laufzeit der USV ist vollkommen ausreichend und kommt bei Volllast auf 3-4 Minuten und bei einem Verbrauch von ca. 90 Watt auf etwas über 20 Minuten Notstromversorgung.

Einrichtung und Bedienung sind einfach und schnell. Für den Preis erhält man hier einen guten Schutz für seine Geräte daheim. Meiner Meinung nach daher auf jeden Fall empfehlenswert. 

 

 

 

 

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