{Test} smarte Dose aus China – LADUO WiFi Steckdose mit USB Port

Kategorien Produkttest, Smart Home

Mit einer der meiner Meinung nach wichtigsten IoT Produkten für das eigene Smart Home sind smarte WiFi Steckdosen. Schließlich hat man hier etliche Möglichkeiten und hat man mal alles eingerichtet lässt sich fast jedes Gerät mit der Steckdose steuern. – Punkt 8 Uhr frisch gebrühter Kaffee? , Wohnzimmer Lampe schaltet sich an sobald es dunkel wird oder man in den Raum kommt? , alle Geräte werden vom Strom getrennt wenn man das Haus verlässt? – ja das kann man mit den smarten Dosen alles einfach regeln.

Leider sind WiFi Steckdosen im Gegensatz zu 433 Mhz Funksteckdosen um ein Vielfaches teurer und besonders Marken Produkte, welche eventuell noch auf Smart Home Lösungen wie Bosch oder Devolo abgestimmt sind, kosten schnell mal 50€ oder mehr ..pro Stück!

Wie auch sonst gibt es hier aber günstige Alternativen aus China, die man schon für unter 20€ erhält.

In diesem Test habe ich die LADUO WiFi Steckdose, welches es für rund 18 Euro bei Amazon zu kaufen gibt.

Was für einen Eindruck macht das smarte Gerät aus Fernost?

Die Wifi Dose ist schlicht und besitzt kompakte Maße, sodass es Platztechnisch keine Probleme geben sollte. Das Gehäuse ist aus Plastik und macht keinen billigen Eindruck. Eine Steckerhalterung hat sie nicht, was nicht ganz optimal für zB. schwere Netzteile ist. Hier fängt dann auch schon die erste Wackelei an. Stecker sitzen in der Dose nicht wirklich fest und wackeln in alle Richtungen. Gerade große und schwere Netzteile fühlen sich an der Dose nicht gerade wohl und stupst man sie mal an, fallen sie nahezu aus der Dose raus. Auch hat man immer das Gefühl, dass wenn man mal an einen Stecker stößt, hier gleich etwas kaputt zu machen. Qualitativ gibt es also Verbesserungspotential.

Als kleines Zusatzfeature hat die Dose noch einen USB Ladeport, mit dem man seine Mobilgeräte aufladen kann. Ganz praktisch und schließlich braucht man die ja auch immer mehr und mehr.

 

Stromverbrauch:

Mitunter ein Grund für solche schaltbaren Steckdosen ist ja auch das Vorhaben Strom zu sparen. So möchte man leicht Geräte vom Strom trennen und den Kriechstrom im Standby Modus unterbinden. Wifi und Funksteckdosen aller Art haben aber leider immer selbst noch einen Verbrauch. Schließlich müssen sie immer auf Bereitschaft sein und auf ein Signal warten.

Der Verbrauch dieser Steckdose:

Standby: 0,7 Watt

Betrieb (ohne angeschlossenen Verbraucher) :  1,1 Watt

 

Aus Erfahrung sind diese Werte überdurchschnittlich aber noch im Rahmen. Man sollte hier aber auch bedenken, dass die meisten Geräte wie Fernseher auch oft nur einen Standby Verbrauch von 1-3 Watt haben. Will man einzelne Geräte damit schalten, um Strom zu sparen ist das oft nicht so effektiv wie man denkt.

 USB Port:  

Ladestrom des USB Ports: 1100 mAh

(Vergleich: mein Standard Ladegerät lädt mit 1800-2200 mAh)

Hier ist zu sagen, dass der USB Port dauerhaft mit Strom versorgt wird. Man kann diesen also nicht über WiFi fernsteuern und er schaltet sich auch nicht mit der Steckdose ab. 

 

Die App – eWeLink:

Als App nutzt die Wifi Steckdose „eWeLink“. Diese wird u.a. auch für „Sonoff“ Geräte genutzt. Mehr dazu aber in einem anderen Beitrag. Über den QR Code in der Anleitung kann man die App von einem chinesischen Server laden, was nicht gerade Vertrauen weckt. Wie ich aber gesehen habe, gibt es die App auch im Google Playstore.

Das erste Misstrauen gegenüber der App verstärkt sich dann aber bei der Installation und den Berechtigungen, die sie einfordert. Warum braucht eine App zur Steuerung meiner Steckdosen —   Standort Zugriff, Berechtigung um Fotos/Videos aufzunehmen und Ton aufzuzeichnen..??

Ein integrierter QR Reader erklärt schon einmal die Foto Berechtigung, für den Rest konnte ich bisher aber keinen Grund finden. Zum Glück kann man ab Android 6 einfach die Berechtigungen zurücknehmen, wenn man hier kein Vertrauen hat.

Wie auch bei vielen anderen Smarten Produkten muss man auch bei dieser App sich einen Account erstellen. Entweder mit Email oder Telefonnummer.

Einrichtung:

Power Schalter an der Steckdose für 5 Sekunden drücken, in der App auf das + unten in der Mitte klicken und Next klicken. Anschließend seine WLAN Daten eingeben und einen Namen für das Gerät vergeben. Fertig.

Nun wird das Gerät in der Übersicht angezeigt und lässt sich schalten.

An dieser Stelle mal die nächste Kritik eingeschoben. Die App ist leider eher schlecht als recht. Die Übersetzung ins Deutsche ist mangelhaft und die Performance oft auch. Regelmäßig kommt es zu Fehlermeldungen und er findet die Steckdose gerade nicht oder sonstige Probleme. Das Schalten klappt ansonsten einwandfrei, wenn sie mal verbunden ist. Man hat hier aber eine Verzögerung von 1-2 Sekunden. Nach jedem An bzw. Ausschalten erscheint dann in der App erst mal 5-10 Sekunden ein Ladekreis, bei dem es am Ende dann heißt „fehlgeschlagen“. Oft hat die Steckdose dann aber trotzdem geschalten.

Weitere Funktionen..

Ihr könnt nun die Steckdose mit einem Timer oder einem Zeitplan schalten. Also zB. einstellen, wenn ihr abends noch Fernschaut und dabei einschlaft, dass nach 2 Stunden das Licht und der Fernseher ausgeschaltet wird. Oder dass an bestimmten Tagen, zu bestimmten Uhrzeiten die Dose ein und ausgeschaltet wird..zB. als Einbrecherschutz wenn man im Urlaub ist.

Außerdem habt ihr die Möglichkeit über IFTTT Szenen anzulegen. Habt ihr also mehrere Smart Home Geräte kann man hier einprogrammieren, dass wenn die Temperatur im Wohnzimmer höher wie 30 Grad ist, der Ventilator angeht etc. Dazu müssen die Geräte aber alle in der eWeLink App hinzugefügt werden.

 

Steuerung über Alexa:

Auch über Alexa könnt ihr die Steckdose steuern und braucht hierfür nur zusätzlich noch den eWeLink Alexa Skill. Hier müsst ihr euch mit eurem Account von eWeLink einloggen, eure Geräte hinzufügen und fertig. Das funktioniert bei mir ohne Probleme und zum Teil mit noch einer größeren Verzögerung als mit der App. So kann es gerne mal 3-4 Sekunden nach dem OK. Von Alexa dauern bis es klickt.

 

Einbindung in Drittanbieter Systeme?

Mich interessiert es natürlich immer, ob man das Produkt auch mit anderen System steuern kann wie OpenHAB, FHEM oder Home Assistant. Ich habe hierzu mal recherchiert und rumprobiert und die Antwort lautet hier erst mal JEIN. Von Grund auf hab ich keine Komponente gefunden, die mit der Steckdose harmoniert. Jedoch ist die Steckdose etwas mit den Sonoff Geräten verwandt und benutzt auch die gleiche App. Hierzu gibt es schon Ansätze von Steuerungsmöglichkeiten. Dazu muss man den eingebauten ESP8266 Chip aber neu flashen. Wenn ich hier mehr weiß und weiter gekommen bin, werde ich das in diesem Beitrag ergänzen.

 

Fazit: – lohnenswert oder Spielerei?

An sich funktioniert die WiFi Steckdose, ich sag mal ganz gut. Die Steckerqualität könnte besser und stabiler sein, weil Stecker in der Steckdose stark wackeln und das Gehäuse in dieser Hinsicht keinen allzu stabilen Eindruck hier macht.

Größerer Wehrmutstropfen ist aber meiner Meinung nach die App, auf die man eben stark angewiesen ist. Mal abgesehen davon, dass man hier jede Menge Berechtigungen verteilen muss, ist sie von der Performance nicht überragend. Auch die Übersetzung ins Deutsche hätte man hier und da lieber sein lassen sollen. Da der App Start und das Einschalten selbst auch nochmal eine Weile dauert, ist dies eher wenig komfortabel. Hier macht es Sinn die Steckdosen über einen Zeitplan oder mit Alexa zu steuern. Das klappt soweit auch ganz gut bisher.

Für mich spielt aber die Einbindung in andere Systeme ebenfalls eine Rolle. Wer sich ein Smart Home einrichten will, der hat ja auch noch weitere Geräte wie Thermostat, Beleuchtung, Bewegungssensor etc. im Einsatz. Und um hier ein perfektes Zusammenspiel zu haben, sollte alles über das gleiche System laufen. Dies schafft man mit der App eWeLink leider nicht. Da ich es aktuell noch nicht hinbekommen habe, die Dose zB. über mein Raspberry Pi mit OpenHAB oder Home Assistant zu steuern, bin ich nicht 100% überzeugt.

 

Gerade bei IoT Produkten sollte man daher auf das Zusammenspiel und der .. ich sag mal Software Offenheit der Produkte achten. Den was bringt es einem, wenn man am Ende für jedes Produkt eine eigene App hat und diese nicht wirklich untereinander kommunizieren können.

 

Kurzfazit:

+ kompakt

+ relativ günstig

+ manuell Ein/Ausschalter an der Dose

+ USB Ladeport

-App läuft eher langsam und bringt oft Fehlermeldungen, zudem schlechte Übersetzung und viele unnötige Berechtigungen

-Stromverbrauch nicht gerade niedrig

– Sowohl die WiFi-Steckdose sitzt nicht stabil in der Steckdose als auch die Stecker, welche man in die WiFi-Steckdose steckt. So macht das Ganze einen ziemlich wackeligen Eindruck.

– Unsicher und gefährlich, aufgrund fehlendes Schutzleiters

-Bisher keine Steuerung über Smart Home Plattformen wie FHEM, OpenHAB, HA..möglich.

 

Produkt auf Amazon 

2 Gedanken zu „{Test} smarte Dose aus China – LADUO WiFi Steckdose mit USB Port

  1. Eigentlich geht aus dem Titelbild schon hervor, dass die Steckdose unsicher ist: Buchsen MÜSSEN versenkt sein. Es gibt auch mittlerweile einen entsprechenden Rückruf und ein bundesweites Verkaufsverbot.

    1. Hallo Klaus,

      die Steckdose ist mittlerweilen auch nicht mehr verfügbar auf Amazon.
      Umso gefährlicher finde ich aber den fehlenden Schutzkontakt, obwohl die Möglichkeit besteht hier Geräte mit Schutzleiter anzuschließen. Bei Kurzschlüssen und Fehlerströmen mit Körperkontakt kann hier sogar Lebensgefahr bestehen.
      Das zeigt auch mal wieder, dass man sehr vorsichtig sein muss, was man sich aus China für Gerätschaften anschafft. Habe hier auch schon einige andere bedenkenswerte Erfahrungen gemacht. Auf das CE – Zeichen kann man sich in diesen Fällen leider oftmals auch nicht verlassen.

      VG Patrick

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