Vor fast 2 Jahren habe ich bereits in einem Beitrag auf meinem Blog über das Aufsatzmodul „RaspBee von Dresden Elektronik berichtet, mit dem sich der Raspberry Pi in einen vollwertigen Zigbee Gateway verwandeln lässt. Alternativ gibt es auch den ConBee Stick, welcher sich per USB anschließen lässt (Sollten die GPIO Pins für andere Zwecke benötigt werden). Die Installation und Einrichtung der Software hat überraschend einfach und problemlos geklappt und ich habe den Raspbee seitdem in Kombination mit der Smart Home Software Home Assistant im Einsatz.

In der Zwischenzeit hat sich in der Technik viel getan. Der ZigBee 3.0 Standard hat einige Neuerung gebracht und es sind eine Vielzahl an neuen Smart Home Geräten auf den Markt gekommen. Philips Hue oder andere bekannte Marken hatten mit dem Raspbee keinerlei Probleme, bei Xiaomi oder anderen nicht ganz so gängigen Marken sah die Kompatibilität damals leider etwas schlechter aus. So wurden bei mir z.B. nicht alle Sensoren von Xiaomi untersützt. Es wurde jedoch regelmäßig weiterentwickelt und inzwischen werden eine wirklich große Anzahl an Systemen und Geräten unterstützt.

RaspBee II und ConBee II verwandeln Raspberry Pi und andere Rechner in einen cloudfreien ZigBee Gateway 2

Der RaspBee II kann sowohl am Raspberry Pi als auch am Raspberry Pi Zero genutzt werden. Die Größe des RaspBee II passt genau so, dass das Aufsteckmodul nicht über die Größe des Pi Zero herausragt.

Vorteile des RaspBee / ConBee II gegenüber den Hersteller Bridges

Jeder der bereits mehrere Bereiche im Zuhause smart aufgerüstet hat, wird mit unterschiedlichen Herstellern in Kontakt gekommen sein. Hier treten dann auch schnell die leidigen Probleme auf, dass jeder Hersteller sein eigenes Süppchen kocht. Das fängt damit an, dass man für jeden Bereich – Beleuchtung, Heizung, Sensoren.. – einen extra Gateway und eine entsprechende App zur Steuerung benötigt. Spätestens ab dem 3. Hersteller wird die Bedienung gar nicht mehr so smart und man ist nur noch am App wechseln.

Weniger Hardware und Kosteneinsparung: Ein Gateway für alle ZigBee Geräte
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Mit dem Raspbee oder dem Conbee könnt ihr alle Smart Home Geräte, die mit dem gleichen ZigBee Protokoll funktionieren unter eine Haube bringen. Als Beispiel benötigt man bei Philips, Osram und Xiaomi nur noch einen Gateway um Lampen, Steckdosen und Sensoren zu verbinden.

Cloudfreier und Datensparsamerer Betrieb
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Gerade Smart Home Geräte stellen ständig Verbindungen mit dem Internet her und übertragen die Daten bei den meisten Herstellern an Cloud Server. Das mag Vorteile haben, ist jedoch für empfindliche Leute gegenüber Datenschutz und Privatsphäre ein Horror. Bei Philips lassen sich mit der Cloud Funktion so die Lampen auch von unterwegs schalten. Gerade Xiaomi war für mich jedoch ausschlaggebend nach Alternativen zu suchen, um die Xiaomi App und den Gateway zu vermeiden.

Die Xiaomi App Mi Home fordert ganze 68 Berechtigungen und beinhaltet 9 Tracker. Auch der Gateway sendete in meinem Netzwerk am Tag hunderte bis tausende Anfragen an chinesische Server.

Geräte mit unterschiedlichen Protokollen unter ein Dach bringen

Nicht alle Smart Home Geräte laufen mit dem ZigBee Standard. Neben ZigBee gibt es auch noch WLAN, MQTT, Z-Wave.

Wer diese Geräte von einer Oberfläche aus steuern möchte und sich mehr Einstellungs- sowie Konfigurationsmöglichkeiten wünscht, der kann dies mit Systemen wie Home-Assistant, FHEM oder ioBroker erledigen. Dazu gehe ich in diesem Beitrag aber nicht weiter ein.

Phoscon deCONZ Steuerungssoftware

Übersicht – Neue Geräte verbinden

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Xiaomi Zauberwürfel Konfigration

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Philips Bewegungsmelder und Xiaomi Multisensor

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Neuerungen des RaspBee / ConBee II

Ein Upgrade gab es hauptsächlich bei dem verwendeten Mikrocontroller. Während der Raspbee 1 noch mit dem deRFmega256-23M12 (Datenblatt) ausgerüstet war, werkelt jetzt ein ATSAMR21B18 ARM® Cortex®-M0+ im RaspBee II. Der hat vergleichsweise ein deutliches Plus an Leistung. In Sachen Reichweite hat sich jedoch nicht merklich was geändert und laut Datenblatt bleibt es bei 10mw Sendeleistung, was für durchschnittlich 30m in Gebäuden und 200m Freifeld ausreicht. Bei der Verwendung von ZigBee Geräten mit Repeaterfunktion wie den Philips Hue Birnen, könnt ihr die Reichweite selbstverständlich darüber hinaus nach Belieben erweitern.

Zusammengefasst: Unterschiede des RaspBee/ConBee II zur 1. Generation

  • kleinere Bauform
  • Neuer Mikrocontroller / Leistungsstärkeres ZigBee Modul
  • ZigBee 3.0 kompatibel
  • integrierte Echtzeituhr (RTC) – Korrekte Uhrzeit selbst bei Strom- oder Internetausfall durch eingebaute Batterie [Nur bei RaspBee II]
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Unterschied ConBee und RaspBee

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Der ConBee unterscheidet sich in erster Linie nur am Anschluss per USB. So lässt er sich im Gegensatz zu dem RaspBee, welcher nur per GPIO Anschluss an dem Raspberry Pi betrieben werden kann auch an anderen Computern bzw. Laptops genutzt werden.

Unterschied ConBee/RaspBee zu dem CC2531 ZigBee USB Stick

Viele Nutzer sind sehr zufrieden mit dem CC2531 Stick, den es ein Stückchen günstiger (in China sogar noch günstiger) gibt als jetzt den ConBee oder RaspBee. Ich kann hier nur von meinen persönlichen Erfahrungen berichten, die jedoch nicht so positiv ausfielen, weswegen der Stick nach einer Woche Retoure ging.

Die Einrichtung ist gerade für Neulinge nicht so einfach und dauert deutlich länger als das Einrichten des ConBee mit der Phoscon Software. Für Bastler mag das kein Hinderniss sein. Es gibt schon vorgeflashte Sticks, ansonsten muss man aber auch dies selbst in die Hand nehmen und sich hier erst mal einlesen.

Installation und das Anlernen meiner Geräte hat bei dem CC2531 auch geklappt, jedoch war sowohl die Reichweite als auch die Stabilität der Verbindung alles andere als perfekt und alltagstauglich. Alle 1-2 Tage musste ich ein Gerät kurz vom Strom trennen oder den ZigBee Stick neu starten, was mir dann relativ schnell die Lust verdorben hat.
Auch die Reichweite war deutlich schwächer (fast nur halb so weit) wie ich anschließend beim RaspBee hatte. Jedoch gibt es bei dem CC2531 auch ein Modell mit Antenne und anscheinend höherer Reichweite. Diese Version hatte ich jedoch nicht.

Wer sich also eventuellen Ärger sparen möchte und das System schnell und einfach einrichten will, der sollte meiner Meinung nach lieber zum Raspbee II oder eben dem ConBee II greifen. Zudem erhält man regelmäßig Updates und hat sehr guten Support von dresden elektronik, sollte mal etwas nicht funktionieren.

Kompatible Geräte:

Für die unterstüzten Geräte schaut ihr am besten auf die folgende Seite https://phoscon.de/de/conbee2/compatible , ob eure auch dabei sind. Natürlich werden neben den Hauseigenen Geräten von dresden elektronik auch IKEA TRÅDFRI, OSRAM, Müller Licht, Philips Hue, Busch-Jaeger, Xiaomi und ein paar weitere unterstützt.

Es kommen hier aber regelmäßige neue Hersteller und Produkte dazu und teilweise funktionieren auch Geräte, die nicht aufgelistet sind. So z.B. auch die kürzlich vorgestellten Innr Spot Lights.

Installation

Die Installation funktioniert vor allem mit den vorkonfigurierten Images (https://phoscon.de/en/raspbee/sdcard) sehr einfach und schnell. Genau könnt ihr aber auch das Ganze auf einem bestehenden Raspbian System installieren oder in eure Smart Home Systeme wie Home-Assistant, OpenHAB oder ioBroker integrieren. Hier gibt es am Beispiel von Home Assistant HassIO)dann ein passendes Addon/Plugin, welches man einfach installieren und aktivieren kann, um die Phoscon Gateway Software zu integrieren.

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Migration vom RaspBee I zum RaspBee II

Für die Migration könnt ihr das integrierte Backup Tool nutzen. Damit könnt ihr einfach beim Wechsel eures Raspberry Pi alle Daten sichern und auf einer neuen Installation wiederherstellen.

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Falls es hier Probleme gibt könnten folgende Schritte helfen.

  1. Schnappt euch eine neue microSD Karte und ladet euch auf der Phoscon Seite das aktuelle Image herunter und installiert es auf die Karte https://phoscon.de/en/raspbee/sdcard
  2. Richtet die Software ein und kopiert anschließend folgende Dateien in das gleiche Verzeichnis auf eurem neuen Raspberry Pi / eurer neuen Raspbee II Instanz.
    session.default, zcldb.txt and zll.db
    Verzeichnis: ./home/pi/.local/share/dresden-elektronik/deCONZ/
  3. Alternativ: Verwendet die Backup Funktion in den Gateway Einstellungen
  4. Stellt eure alte Konfiguration wieder her. Dazu müsst ihr unter dem Gateway Tab mit „Alt + Klick“ auf den Advanced Button ein verstecktes Menü aufrufen. Klickt bei der letzten bzw. vorletzten Konfiguration auf „Load“.

https://github.com/dresden-elektronik/deconz-rest-plugin/wiki/Network-lost-issues

Produktlinks: RaspBee II und ConBee II

Dresden Elektronik Webseite

RaspBee II: https://phoscon.de/de/raspbee

ConBee II: https://phoscon.de/de/conbee2

Letzte Aktualisierung am 20.09.2020 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

2 Comments

  1. Peter Baki Juli 2, 2020 at 9:29 am

    Guten Tag, ich habe einmal aus Interesse versucht, dieses versteckten Menü ( . . . Dazu müsst ihr unter dem Gateway Tab mit „Alt + Klick“ auf den Advanced Button ein verstecktes Menü aufrufen. Klickt bei der letzten bzw. vorletzten Konfiguration auf „Load“. ) aufzurufen. Es ist mir aber nicht gelungen. Was genau muss ich da machen? Ich benutze die aktuelle Software-Version 2.05.78
    Ich bin vor einiger Zeit auf den „Conbee II“ gekommen, weil mein Gateway einfach voll war, bei IKEA ist bei 100 Geräten Schluss, bei Philips wird das System ab ca 50 Geräten sehr träge. Phoscon kann 200 Geräte verwalten, es wird, gerade in letzter Zeit, regelmäßig aktualisiert und die beschriebene Backup-Funktion ist fast ein Alleinstellungs-Merkmal. Ich mache regelmäßig Updates, und in einem Fall hat es sich auch schon bewährt, als nämlich die SD-Karte in dem Raspberry plötzlich einen Dateifehler hatte und das System nicht mehr reagiert hat. Es wäre in dem Moment wirklich ärgerlich gewesen, alles neu aufsetzen zu müssen – so war es nicht nur schnell erledigt, sondern alle Einstellungen waren exakt so wie zuvor.

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    1. Patrick - Site Author Juli 2, 2020 at 10:14 am

      Hallo Peter,

      ich finde die Backup Funktion auch sehr sinnvoll. Bezüglich dem versteckten Menü. Ich habe ebenfalls die aktuelle Version, sollte aber auch mit älteren Versionen funktionieren.
      Unter Gateway mit der ALT Taste und der linken Maustaste auf Advanved klicken (nicht Alt Gr). Eventuell mal einen anderen Browser probieren.

      Bei der micro SD Karte kann ich noch eine Empfehlung ausgeben. Ich hatte mir am Anfang immer die günstigsten micro SDs gekauft von SanDisk etc. In den letzten 6 Jahren sind mir hier 3 microSD Karten nach ca. 1 Jahr kaputt gegangen und ich musste die jeweiligen Systeme auf meinem Raspberry Pi neu aufsetzen.
      Habe seit ca. 2 Jahren in einem Pi die Samsung Endurance , welche ich schon testweise sehr stark belastet habe. Die sind auf Langlebigkeit auslegt und halten viel mehr Schreibzyklen aus, sind temperaturbeständiger etc. Hoffe die gibt jetzt nicht nach meiner Empfehlung den Geist auf 😉 aber sie kostet nur ein paar Euro mehr und sollte das Geld wert sein.
      Alternativ gibt es auch von Sandisk solche langlebigen Karten, die auch für den Dauerbetrieb ausgelegt sind.

      Viele Grüße, Patrick

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