Wer sich ein NAS zulegen möchte steht bei der Suche vor einer riesigen Auswahl an Varianten und Modellen. Je nach Einsatz und Vorhaben sollte man beim Kauf genau drauf achten, welches Modell von welchem Hersteller man sich zulegt. Ansonsten vermisst man später eventuelle Funktionen oder ist mit der Leistung des NAS unzufrieden.

Zu den bekanntesten und zugleich empfehlenswerten Herstellern gehören

  • Synology (www.synology.com)
  • Qnap (www.qnap.com)
  • Asustor (www.asustor.com)

Jeder Hersteller bietet dabei eine große Anzahl an unterschiedlichen Modellen an.

Worauf muss man achten muss

Festplatten Hotswapping Slots

Praktisch ist bei den meisten NAS System die Möglichkeit, Festplatten im Betrieb austauschen zu können. Als Backup System würde ich in diesem Fall immer ein NAS mit mindestens 2 Festplatten Slots auswählen. Damit lassen sich die Daten per RAID1 Konfiguration auf beide Platten spiegeln. Im Falle eines Defektes habt ihr dann immer noch eine Festplatte mit euren gesamten Daten.

Wer sich jetzt bereits unsicher ist, ob er in Zukunft nicht noch mehr Speicher benötigt und sein NAS aufrüsten möchte, der sollte wohl gleich zu einem 4-Bay NAS greifen mit 4 Festplatten Slots.

Prozessor und Arbeitsspeicher

Einsteiger NAS Systeme wie das Synology DS218j sind nur mit einer sehr schwachen Hardware ausgerüstet. Zwar kommt dies dem Stromverbrauch zu Gute, man merkt aber bereits bei der Bedienung, dass alles sehr träge ist. Für große Datenmengen, Streamen von Filmen oder der gleichzeitigen Nutzung mehrere Plugins ist das NAS nicht geeignet und kommt schnell an seine Grenzen. Auch wenn mehrere Personen gleichzeitig das NAS nutzen wird mehr Leistung benötigt. Wer eine zukunftsicherer Anschaffung tätigen möchte, dem empfehle ich hier gleich auf leistungsfähigere Geräte zurückzugreifen.

2 GB Arbeitsspeicher sollten Minimum sein, besser sind 4 GB. Bei einigen Systemen lässt sich der Arbeitsspeicher auch später noch erweitern.

Leistungsfähige NAS Systeme wie das Synology DS918+ sind z.B. mit dem Intel J3455 Quad-Core Prozessor ausgestattet, der für die meisten Leute genug Leistung bei einem niedrigen Stromverbrauch liefert. Auch der Intel Celeron J4025 Dual-Core Prozessor des QNAP TS-251D-4G bietet eine solide Leistung.

Das richtige NAS für die jeweilige Anwendung

Backup-Speicher

In erster Linie wird man ein NAS System als Backup Server verwenden wollen. NAS Systeme bieten hier den Vorteil, Daten von jedem beliebigen Endgerät im eigenen Netzwerk aber auch von extern über das Internet zu speichern und darauf zuzugreifen. Im Vergleich zu Cloudspeicher Diensten ist man hier selbst Herr über seine Daten und gibt diese nicht in fremde Hände.

Als Backup Speicher lassen sich alle NAS Systeme auf dem Markt nutzen. Die einfachste Methode ist dabei die Festplatten im Netzwerk freizugeben und auf dem PC als Netzlaufwerk einzubinden. Es fungiert in diesem Falle wie eine normale Festplatte am PC. Genauso könnt ihr die Daten über FTP bereitstellen.

Mit einer Backup Software lässt sich dieses Laufwerk nun als Sicherungsort festlegen und regelmäßig auf dem NAS Datensicherungen anlegen. Einige Hersteller bieten hierbei aber auch einen eignen Backup Dienst an.

  • Synology bietet mit Cloud Station und Synology Drive passende Apps an. Die genauen Unterschiede und Informationen seht ihr auf der Webseite
  • Qnap bietet den gleichen Funktionsumfang mit der Software Qsync Central und Backup Station an.
  • Bei Asustor heißt die App EZ Sync Manager.

Worauf man bei einem NAS als Backup Speicher achten sollte

NAS Kaufberatung - Den passenden Netzwerkspeicher finden 2

Für die Datensicherung solltet ihr ein NAS mit mindestens 2 Festplatten Slots auswählen. Diese solltet ihr dann im RAID-1 Modus konfigurieren, sodass alle Daten, die ihr auf eine Festplatte schreibt auf der anderen Festplatte gespiegelt werden. Damit sind beide Platten identisch beschrieben und sollte eine ausfallen und plötzlich defekt sein, habt ihr auf der zweiten Platte noch eine Sicherung. Natürlich habt ihr bei dieser Variante nur die Speicherkapazität von einer Festplatte (beim Einsatz von 2x 4 TB habt ihr dann also insgesamt 4 TB als nutzbaren Speicher).

Wichtig: Diese Methode schützt jedoch nicht von Benutzerfehlern – wie dem versehentlichen Löschen von Dateien. In diesem Fall werden die Dateien gleichzeitig auch von der zweiten Platte gelöscht. Auch Schutz vor Verschlüsselungstrojanern bietet diese Möglichkeit nicht, sollte euer NAS davon betroffen sein.

Empfehlungen: Einsteiger Systeme mit 2 Festplatten Slots (2-Bay)

Synology DS218j / QNAP TS-230 / Asustor AS3102T V2

Empfehlungen: Fortgeschrittene Systeme mit 4 Festplatten Slots (4-Bay)

Synology DS418 / QNAP TS-431K / Asustor AS3204T V2

Cloud und Webserver Anwendung

Bei der Verwendung eines NAS als Cloud Server fallen ein paar Anbieter bei der Suche raus. Synology, Qnap und Asustor bieten hier aber die Möglichkeit Owncloud oder Nextcloud zu installieren. Damit verwandelt ihr euer NAS in wenigen Minuten in eine Cloud.

Zusätzlich gibt es bei den 3 Anbietern die Möglichkeit eure Daten von bestehenden OneDrive, GoogleDrive oder Dropbox Instanzen zu synchronsieren.

Ebenfalls ist es bei allen 3 Anbietern möglich per Klick einen Webserver zu aktivieren, auf dem ihr dann z.B. eine Webseite betreiben könnt. Gleichzeitig arbeiten die NAS Systeme dann auch als Mail-, VPN-, und Proxy- Server.

Media Streaming

Wer über sein NAS Musik, Fotos oder Filme streamen möchte, kann dies ebenfalls mit den Hersteller Apps von Synology, Qnap und Asustor erledigen.

Foto- Apps

  • Synology: Moments, Photo Station
  • Qnap: Photo Station
  • Asustor: Photo Gallery

Musik Apps:

  • SoundsGood,
  • AudioStation,
  • Music Station

iTunes Server: Qnap und Asustor Systeme lassen sich zusätzlich als iTunes Server nutzen. Damit könnt ihr über iTunes auf eure Musik auf dem NAS zugreifen.

Alternativ gibt es Modelle mit HDMI Anschluss, die ihr direkt am Fernseher anschließen könnt. Das hat den Vorteil, dass die Daten nicht über das WLAN erst gestreamt werden müssen und führt besonders bei höheren Auflösungen wie 4K zu einer besseren Bildqualität und weniger Störungen.
> Aus persönlichen Erfahrungen kann ich derzeit aber keine Geräte von Asustor mit einem HDMI Anschluss empfehlen. Mehr dazu im Fazit.

Empfehlungen Mediastreaming

Zum Streamen von Fotos oder Musik eignen sich in der Regel die meisten NAS Systeme auf dem Markt. Asustor, Qnap und Synology bieten hierbei noch bedienungsfreundliche Apps an, mit denen die Verwaltung leichter fällt.

Mehr Herausforderungen an das NAS System werden aber beim Streaming von 4K Filmen gestellt. Abhängig vom Endgerät müssen die Filme zusätzlich transkodiert werden. Diese Aufgabe übernimmt das NAS und fordert einiges an Leistung ab. Einsteigersysteme mit schwacher Hardware eignen sich hierfür nicht und führen zu einer ruckligen Wiedergabe bis hin zu Abbrüchen.

Für diese Anwendungen eignen sich als günstigste Lösungen u.a. folgende Modelle:

PLEX https://www.plex.tv

Plex ist ein Streaming-Dienst für Musik, Filme und Fotos, der auf fast allen Endgeräten installiert werden kann und dank zahlreichen Erweiterungen auch den Zugriff auf Online Mediatheken oder Multimedia Streaming Anbietern ermöglicht. Im Vergleich zu den Hersteller Apps der NAS Systeme habt ihr damit „alles unter einer Decke“. Ihr braucht also nicht für jeden Medientyp eine eigene App und in vielen Fällen ist die Nutzung auf anderen Geräten mit Plex einfacher. Die 3 Hersteller Synology, Qnap und Asustor bieten die Installation von Plex per App an, bei vielen anderen NAS Systemen ist dies jedoch nicht möglich.

Sonderfunktionen

Videoüberwachung

Beim Einsatz von Überwachungskameras könnt ihr auch die NAS Speicher als Speicherort für die Aufnahmen verwenden. Viele Überwachungskameras nutzen hier Cloudserver des Anbieters, wobei in vielen Fällen die Sicherheit und der Datenschutz beeinträchtigt wird. Empfehlenswert ist für diesen EInsatz die Kameras komplett vom Internet abzukoppeln (Internetzugriff über Router sperren) und die Aufnahmen auf dem eigenen NAS speichern. Das hat zudem den Vorteil, dass Hacker anhand von Sicherheitslücken oder fehlerhaften Konfigurationen nicht in euer zu Hause schauen können.

Alle Hersteller in diesem Beitrag unterstützen diese Möglichkeit. Empfehlenswert ist jedoch in diesem Fall Synology. Mit der Surveillance Station von Synlogy habt ihr zahlreiche Funktionen und eine leichte, übersichtliche Bedienung.

Virtualisierung

Wer virtuelle Maschinen auf seinem NAS laufen lassen möchte und größere Anwendungen dauerhaft auf seinem NAS nebenher beitreiben möchte, für den kann ich Fertig NAS Systeme in den meisten Fällen nicht empfehlen. Selbst High End Geräte von Synology und Co. sind verhältnismäßig für diesen Einsatz mit zu schwacher Hardware ausgerüstet, sodass man hier wohl keine Freude mit hat. Empfehlenswert ist hier der Eigenbau eines NAS Systemes. Bereits ab 400€ kann man sich ein leistungsstarkes NAS selbst bauen, welches dann z.B. mit dem Betriebssystem Openmediavault oder FreeNAS betrieben werden kann. Über diese Systeme lassen sich dann ebenfalls einfach VMs erstellen.

Fazit – Was denn jetzt?

Wer auf der Suche nach einem NAS ist macht besonders bei den Marktführern Synology und QNAP keinen Fehler. Mein persönlicher Favorit ist inbesondere von der Bedienoberfläche Synology. Von den Funktionen sind die jeweiligen Modelle der Hersteller sich untereinander sehr ähnlich. Für einfache Anwendungen wie Backups, die auch mal über Nacht laufen können eignen sich auch günstige Einsteigermodelle. Wer häufig 4K Filme streamt, in Echtzeit auf große Datenmengen auf dem NAS zugreifen möchte oder sogar virtuelle Maschinen darauf betreiben möchte, der kommt bei Fertig NAS Systemen schnell an seine Grenzen (bzw. in 4-stellige Preisregionen). Wer besonders viel Leistung braucht, flexibel sein möchte und sich eine Einrichtung selbst zutraut, für den ist ein Selbstbau NAS der richtige Weg.

Leistungsstarke und zukunftsichere NAS Systeme, die ich empfehlen kann ist das QNAP TS-251D-4G, oder noch besser das Synology DS920+

Hersteller Erfahrung?

Synology

Mein persönlicher Favorit ist Synology. Die Software ist sehr Bedienerfreundlich und auch Neulinge finden sich hier schnell zurecht. Die Benutzeroberfläche ist übersichtlich und ansprechend und reagiert zügig (nur bei den Einsteigermodellen empfand ich es als zu träge, wie bei allen anderen Herstellern aber auch).

Der Service war nach meinen Erfahrungen und auch von anderen Kunden bisher gut. Ein weiterer Pluspunkt ist die große Community. Stößt man auf Probleme finde man im Internet meistens relativ schnell eine Lösung oder kann hier nachfragen.

QNAP

DIe QNAP Oberfläche ist etwas technischer und spricht vielleicht nicht jedermann sofort an. Teilweise hat man mehr Einstellungsmöglichkeiten, jedoch finde ich manche Dinge bei Synology einfacher gelöst bzw. sind einfach schneller zu erreichen. Auch die Geschwindigkeit der Benutzeroberfläche wirkt bei Synology geschmeidiger und einen Ticken schneller.

Der QNAP Kundenservice hat noch große Verbesserungspotential. Bereits eine einfache Frage von mir wurde nach mehreren Wochen Wartezeit und einigen automatischen Antworten (die überhaupt nicht auf meine Frage eingegangen sind) letztendlich nicht beantwortet.

Asustor

Asustor bietet teilweise zumindestens auf dem Papier deutlich mehr für seinen Preis als seine Mitbewerber Synology und QNAP. Zwar ist die Software vom Funktionsumfang gleich auf wie bei anderen Herstellern aber bereits nach kurzer Zeit sind mir einige Punkte aufgefallen, die nicht so zuverlässig funktioniert haben. Kurz ein paar Worte dazu:

Ich wollte das NAS zum testen per HDMI an den Fernseher anschließen, um dort direkt Filme von meiner Mediathek anschauen zu können – ohne diese über das Netzwerk zu schicken. Da ich bereits mit der Mediacenter Software KODI vertraut bin hatte ich mich gefreut, dass dies wohl mit Asustor möglich ist. Leider wurde der Support aber schon seit einiger Zeit eingestellt. Nach mehreren Stunden ausprobieren der anderen verfügbaren Medienserver Apps, hatte immer noch nichts so richtig reibungslos funktioniert. Alle anderen Apps konnten nicht über den HDMI Ausgang das Bild ausgeben?? und unterstützten einige Formate nicht.. Eine zufriedenstellende Lösung habe ich nicht gefunden, wodurch das NAS für mich leider nicht seinen Zweck erfüllt hat. Zumindestens die HDMI Funktion war/ist komplett nutzlos. — Falls sich inzwischen hier etwas getan hat, korrigiert mich bitte!

Letzte Aktualisierung am 23.11.2020 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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