[Howto] Sicher und anonym surfen

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Der Browser bietet als Tür zur Außenwelt leider auch mit unter die größte Angriffsfläche für Schadsoftware. Aber auch über die Privatsphäre machen sich die meisten keine Gedanken und wissen nicht, was sie mit der Zeit alles über sich preisgeben und was die Webseiten alles für Daten sammeln. So besitzt jeder ein umfangreiches Profil mit Daten aller Art, wie Interessen, Suchanfragen, besuchten Webseiten und vieles mehr. Auch wenn es dem ein oder anderen egal sein mag, was über sein Surfverhalten alles protokolliert wird sollte man dies so gut wie möglich eindämmen und für mehr Datenschutz und Anonymität sorgen. Ich werde in diesem Beitrag ein paar Beispiele und Schritte nennen, wie man anonymer und sicherer surfen kann.

Welcher Browser ist der beste und sicherste?

Die Frage ist natürlich nicht so leicht zu beantworten und 100 prozentige Sicherheit gibt es nie. Die Wahl des Browsers ist aber schon ein wichtiger Punkt in Sachen Sicherheit. Chrome ist nicht umsonst aktueller Spitzenreiter mit dem höchsten Marktanteil und bietet hier ein gutes Gesamtpaket. Durch regelmäßige Updates alle 15 Tage, nützlichen Funktionen wie Sandbox oder das Blocken von JavaScript Anhängen bei Gmail bietet er eine hohe Sicherheitsstufe. Da Angriffe aber besonders auf populäre Software abgezielt werden, ist es manchmal auch sinnvoll auf weniger vertretene Software zurückzugreifen.

Ein wenig verbreiteter Browser mit etwas über 1% Marktanteil aber dennoch performanter und sicherer Browser ist Opera. Dieser hat mit den neuen Versionen nicht nur immer wieder ein schickeres Design erhalten sondern auch viele nette Features, die die Konkurrenz bisher noch nicht bietet. Das wäre zum Beispiel ein integrierter VPN Modus und Werbeblocker. Er besitzt einen guten Malware Schutz und blockiert unsichere Skripte und Plugins. Aber auch in der Sidebar gibt es einige nützliche Funktionen. So hat man hier zB.  einen integrierten Messenger für Whatsapp, Facebook und Co.. Ein Versuch ist er also auf jeden Fall wert.

Wichtig bei allen Browsern! Haltet Sie immer auf dem aktuellen Stand. Bei nicht jedem Browser ist eine automatische Aktualisierung aktiviert bzw. vorhanden. Somit sollte man die Version regelmäßig überprüfen.

JavaScript deaktivieren um die Angriffsfläche des Browsers zu minimieren:

Ein großes Sicherheitsrisiko aller Browser ist jedoch immer noch JavaScript. Dieses ist meistens von Haus aus aktiviert, weil viele Seiten und Funktionen hier drauf aufbauen wie Menüs oder Weiterleitungen. Wer sicher gehen will, sollte dies aber standardmäßig deaktivieren. Man kann dann für jede Seite, der man vertraut Ausnahmen setzen.

In Chrome lässt sich JavaScript unter Einstellungen – Datenschutz – Inhaltseinstellungen unter der Kategorie JavaScript mit “Ausführung von JavaScript für keine Website zulassen” deaktivieren.

Benutzt eine Webseite auf der man sich gerade befindet JavaScript, erhält man eine Meldung und kann hier eine Ausnahme hinzufügen.

Browser Addons für mehr Sicherheit:

  • HTTPS-Everywhere

HTTPS-Everywhere erzwingt die Verbindung über https mit einer Webseite falls es möglich ist. Oftmals bieten Webseiten https an aber trotzdem findet eine Verbindung über http statt. Seit ihr über HTTPS mit einer Webseite verbunden, werden Daten verschlüsselt übertragen. Somit können z.B. Login Daten nicht leicht abgefangen werden.

  • Noscript bzw. ScriptSafe (Chrome)

Ein starkes Browser Addon ist Noscript bzw. ScriptSafe. Die meisten Webseiten haben zahlreiche Scripte, die im Hintergrund ablaufen. Die meisten davon sind erwünscht oftmals befinden sich aber auch ein paar schwarze Schafe darunter, die schädliche oder ungewollte Auswirkungen haben können. Das Addon erfordert jedoch ein bisschen Einstellungarbeit, da man natürlich diesem sagen muss, welche erwünscht sind und welche Scripte besser geblockt werden sollen.

  • Ghostery

ungewünscht Tracker blockieren, die das Surfverhalten aufzeichnen

  • BetterPrivacy

Das Addon blockiert unlöschbare Langzeit-Cookies, die von immer mehr Unternehmen genutzt werden um über lange Zeit Daten der User zu erfassen und aufzuzeichnen. Beim normalen Cookie löschen werden diese nicht mitgelöscht, wodurch sich mit der Zeit hunderte Langzeit-Cookies ansammeln.

Werbeblocker installieren:

Das Internet ist überfüllt mit Werbung. Das ist nicht nur nervend sondern auch oft ein Infizierungsweg für Malware. Werbung wird oft genutzt um mittels Exploits sich Zugang zu diversen Sicherheitslücken am PC zu machen und Schadsoftware einzuschleußen. Besonders JAVA und Flash Player sind hier häufig betroffen. Deswegen ist es wichtig, diese Programme immer auf dem aktuellsten Stand zu halten.

Um die Werbung erst gar nicht auf den PC gelangen zu lassen, rate ich dazu einen Werbeblocker zu installieren. Folgende Programme empfehle ich:

  • uBlock Origin – Browser Erweiterung
  • Adguard 
  • Wer einen Werbeblocker mit dem Raspberry Pi bauen möchte, für den habe ich hier im Blog eine Anleitung geschrieben 🙂

 

TOR: “Alles was man brauch zum anonymen Surfen”

Möchte man seine Privatsphäre effizient schützen und anonym surfen, lässt sich dies relativ einfach mit dem TOR Netzwerk machen.

Wie funktioniert das TOR Netzwerk?

Kurz erklärt: Das Tor Netzwerk ist aufgebaut wie eine Zwiebel. Weltweit gibt es mehrere tausend Knotenpunkte über die eine Verbindung aufgebaut wird. Jeder Nutzer kann auch selbst einen Server erstellen und somit mit einem weiteren Knotenpunkt etwas zu dem TOR Netzwerk beitragen. Starten kann man ganz einfach. Man lädt sich auf torproject.org den Tor Browser herunter. Hierbei handelt es sich um eine bearbeitete Firefox Version. Startet man diesen und klickt im darauffolgenden Fenster auf Connect, wird eine Verbindung mit mehreren Knotenpunkten hergestellt. Zuerst wird eine Verbindung mit dem ersten Knotenpunkt aufgebaut, anschließend wird durch diese Verbindung eine neue Verbindung zu dem nächsten Knotenpunkt aufgebaut. Letztendlich verläuft dann die eigene Webseiten Anfrage durch diese Knotenpunkte, wobei keiner der Knotenpunkte die verschlüsselten Daten entziffern kann.

Download des Tor Browsers

Um aber vollkommen anonym zu surfen muss man auf mehr achten, da man ansonsten auch mit TOR leicht enttarnt werden kann. So geht dies durch Sicherheitslücken im JavaScript oder zum Beispiel dem Flash Player. Daher sollte man diese im Browser auf jedenfalls deaktivieren. Das Addon NoScript hilft einem hier und blockiert von nicht vertrauenswürdigen Seiten JavaScript und Co. So kann man für jede Webseite selbst festlegen, ob die Ausführung erlaubt werden soll oder nicht. Natürlich sollte man auch selbst vorsichtig mit dem preisgeben von Daten sein.

 

Tor Alternative: I2P ( Invisible Internet Project )

Neben dem Tor Netzwerk gibt es unter anderem auch das I2P Netzwerk mit dem man anonym surfen kann. Es handelt sich bei I2P um eine Java Anwendung, die für jede Anwendung mehrere eingehende und ausgehende Tunnels aufbaut. Als Tunnel wird der Weg vom Start- bis zum Endpunkt beschrieben. Also von dem eigenen PC bis zur Zieladresse. So wird hier anstatt nur den eigenen Client Anfragen, die komplette Kommunikation im Internet verschleiert. Durch die Installation von I2P werden Software Router eingerichtet, die als Gateway von Sender und Empfänger dienen und somit als eine Art Knotenpunkt funktionieren. Der Datenaustausch findet dann nur vom ein- bzw. ausgehenden Gateway des Senders und Empfängers statt. Die eigentlichen IP-Adressen werden hierbei versteckt und die Identität beider Clienten bleibt anonym.

Im Gegensatz zu TOR, bei dem man nur Webseiten anonym besuchen kann, lassen sich mit I2P auch alle weiteren Anwendungen anonymisieren wie Email oder Filesharing Clienten.

..Ein großer Nachteil hierbei ist jedoch die Geschwindigkeit. Verbindungen werden durch die Umwege nur sehr langsam aufgebaut. Schnell und komfortable Surfen lässt sich mit I2P als in den meisten Fällen nicht.

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