Bowers & Wilkins P7 Wireless – Der Mercedes unter den Kopfhörern mit herausragendem, kraftvollen Hi-Fi Klang

Kategorien Kopfhörer, Produkttest

Der Kopfhörer Markt ist riesig und man hat die Qual der Wahl. Ich möchte daher hier meinen eindeutigen Favoriten im Preisbereich bis 500€ vorstellen – Der Bowers & Wilkins P7 Wireless Kopfhörer.

Bowers & Wilkins (B&W) ist ein aus England stammendes Unternehmen, welches sich besonders im hochpreisigen Lautsprechersegment einen ansehnlichen Namen verschafft hat. Im Kopfhörer Bereich sind aktuell 4 Modelle der P-Serie auf dem Markt. Angefangen mit dem P3 und P5, welche sich noch im vergleichbar niedrigen Preissegment befinden, liegt der P7 mit 350€ bzw. 400€ für die Wireless Variante im Mittelfeld und ist meiner Meinung nach Preis/Leistungsmäßig auch der Interessanteste. Klanglich liegt der P7 in einer anderen Welt im Vergleich zu seinen kleinen Brüdern dem P3 und P5. Zu mindestens preislich wird der P7 von dem P9 Signature nochmal getoppt. Da wir dann hier aber mit dem P9 schon an der 1000€ Marke kratzen und dies wohl nur für extreme HiFi Enthusiasten in Frage kommt, kommen wir zurück zu dem P7 und zwar genauer gesagt dem P7 Wireless.

Ich habe bisher schon über 30-40 Kopfhörer in allen Bereiche, sowohl von bekannten Marken als auch unbekannteren Herstellern Probe gehört. Als es für mich nun Zeit für einen neuen Kopfhörer wurde, der perfekt für zu Hause aber auch unterwegs geeignet ist, habe ich mich lange mit dem Thema beschäftigt und viel verglichen. 

Warum der B&W P7 Wireless mein absoluter Favorit und Spitzenreiter der Kopfhörer bis zur 500€ Marke ist, möchte ich in meinem folgenden Bericht erläutern 😉

 

Lieferumfang:

Mit ihm Lieferumfang ist neben dem Kopfhörer eine edle und praktische Transporttasche aus Leder, ein Klinke-Audio Kabel und eine Bedienungsanleitung sowie Broschüren von B&W. 

Die Transporttasche gefällt mir wirklich sehr gut und macht richtig was her. Sie lässt sich platzsparend zusammenfalten und man kann den Kopfhörer hier sicher verstauen. 

 

Optik, Materialen & Bedienung:

Ja bei einem Preis von 400€ möchte man natürlich nicht nur einen perfekten Klang, sondern auch eine angemessene hochwertige Verarbeitung. Die meisten Kopfhörer kennen hier aber leider nur Plastik. Der P7 besteht nur aus feinsten Materialen. Die Ohrpolster und der Kopfbügel sind mit Schafleder überzogen, das Grundgestell aus Edelstahl/Aluminium. So sieht er nicht nur wirklich edel aus, sondern wirkt auch von der Haptik sehr hochwertig. Bei Konkurrenten sind mir hauptsächlich nur der Bang & Olufsen BeoPlay H7 und H9 in diesem Preissegment noch mit äußerst hochwertiger Verarbeitung aufgefallen.

Ein kleiner Ausreißer ist dann etwas überraschend der An/Ausschalter. Dieser passt von der haptischen Qualität nicht ganz zum Rest des Kopfhörers. Die Bedienung fühlt sich immer ein bisschen wabbelig an und häufig musste ich ihn zum Einschalten zweimal betätigen, weil er nicht sofort reagierte. Drückt man ihn nicht komplett durch oder drückt ihn beim Einschalten leicht nach innen, dann schaltet sich der Kopfhörer in den meisten Fällen nicht ein. Die restlichen Bedientasten lassen sich aber einwandfrei betätigen und auch blind gut ertasten. Neben dem Power Schalter an der Unterseite, gibt es seitlich noch 3 Funktionstasten für Lautstärke, Play/Pause und Liedwechsel mit einem guten Druckpunkt.

Möchte man anstatt Bluetooth den Kopfhörer über Kabel anschließen, kann man das beigelegte Audio Kabel unter der einen Ohrmuschel einstecken. Die Ohrmuscheln lassen sich mithilfe von Magnetverschlüssen einfach abnehmen und somit auch irgendwann ohne Probleme mal austauschen. 

Technik:

Verbaut sind 2 40mm Vollbereich Lautsprecher, welche einen Frequenzumfang von 10 Hz bis 20 kHz liefern. Eine Frequenzgangmessung zeigt den Verlauf auch sehr gut und die Lautsprecher schaffen das versprochene Spektrum. Man erkennt hier auch eine Betonung auf den Tiefen und den Höhen, wobei die Tiefen leicht angehoben sind und die Höhen nochmal ausgeprägter abgestimmt sind. Die mittleren Frequenzen werden hier doch schon deutlich abgesenkt, was zu einem “Badewannen” Design führt. Diese Abstimmung ist bei den meisten auch sehr beliebt und mir selbst gefällt die Abstimmung des B&W auch sehr gut. Wer eher ein sehr ausgewogenes, flaches Klangbild sich wünscht, sollte sich im Vergleich hierzu mal den B&O BeoPlay H7 anhören. 

Der Klang – WOW

Als ich den P7 Wireless das erste Mal auf den Ohren hatte, war der erste Gedanke einfach WOW. Der Sound strotzt nur von Kraft und man fühlt sich gleich von der Musik mitgerissen. Der P7 bringt ein einzigartiges, präzise abgestimmtes Klangbild rüber. Die Tiefen gehen sehr weit runter und der Bass ist äußerst kräftig aber nicht zu dominant. Die Höhen klingen sehr sauber und in jeder Situation glasklar.

Schließt man die Augen, hat man hier das Gefühl mittendrin zu sein. Der B&W baut hierbei eine lebendige Klangbühne auf und jedes Instrument lässt sich detailliert differenzieren und orten.

Ich höre ziemlich breit gefächerte Musik Genres von Jazz, Blues, R&B & Soul bis hin zu Rock, Drum&Bass und elektronischer Musik. Bei allen Genres überzeugt mich der P7 vom Klangbild im allerfeinsten. Oft haben Kopfhörer ja bei bestimmten Genres ihre Stärken und hören sich dann bei manchen Musikrichtungen plötzlich nicht mehr so dolle und natürlich an. Dies ist mir hier nicht aufgefallen und egal was man hört, hört sich super an. 

Auch penibel betrachtet, gibt es an dem Klang hier einfach nichts zu kritisieren.

 

Warum die Wireless Version, die 50€ Aufpreis mehr als wert sind!:

Die Wireless Variante unterstützt in der Bluetooth Version 4.1 den Codec aptX, mit dem (fast) Verlustfreies Streamen möglich ist. Außerdem ist bei der Wireless Version ein eingebauter D/A Wandler und Verstärker mit an Bord. Und ja, die liefern eine verdammt gute Leistung und sind der Grund, warum ich definitiv zu der Wireless Variante rate. Der Aufpreis von 40-50€ ist dies mehr als wert. Warum? – Schließt man den Kopfhörer über Kabel an, benutzt der Kopfhörer die Soundkarte des Quellgerätes und damit auch dessen D/A-Wandler. Bei Smartphones oder Laptops sind diese aber nicht wirklich bemerkenswert. Genauso gut könnt ihr den Kopfhörer natürlich an eine HiFi Anlage anschließen. Diese liefert selbstverständlich deutlich bessere Ergebnisse. Aber warum auf die kabellose Freiheit verzichten?

Damit der Kopfhörer auch ohne Kabel lange genug durchhält, ist ein kräftiger 370 mAh Lithium Polymer Akku eingebaut, der den P7 mit bis zu 17 Stunden Laufzeit befeuern soll. Im Alltagstest mit 100% Lautstärke am Kopfhörer und durchschnittlich 50-60% Lautstärke am Quellgerät bin ich hier meistens nur auf ca. 14 Stunden gekommen. Dies ist aber dennoch ein vollkommen ausreichender Wert. Aufgefallen ist mir hierbei aber, dass der Kopfhörer sich recht schnell abschaltet, wenn mal kein Ton ausgegeben wird. Ist natürlich gut zum Strom sparen, kann aber auch manchmal nerven, wenn man die ein oder andere Musik Pause immer mal wieder einlegt.

Auch noch zu erwähnen: Der Kopfhörer besitzt ebenfalls ein eingebautes Mikrofon. Ihr könnt also auch damit telefonieren oder habt ein Headset für Videotelefonie. Von der Sprachqualität bin ich aber leider enttäuscht. Die Sprachqualität des P7 entspricht in etwa dem Mikrofon meines Laptops.. also nicht berauschend und sehr blechern. Man hört immer ein Grundrauschen und es klingt, als ob man ein Kissen vor dem Mund hätte. Für kurze Telefonate oder Gespräche in Skype reicht es aber aus und man wird verstanden.

 

Tragekomfort:

Der Kopfhörer sitzt auf meinem Kopf wie angegossen und die Ohrpolster sind samtig weich. Das geschmeidige Leder umgibt einen Schaumstoff/Memory Foam Kern, der sich dem Kopf perfekt anpasst und auch nach Stunden sehr bequem sitzt. Auch der Kopfbügel ist hier gut gepolstert und drückt selbst nach langem Sitzen nicht am Kopf. Verhältnismäßig staut sich die Wärme nicht allzu stark in den Ohrpolstern. Bei über 30 Grad im Sommer würde ich sie dann aber doch eher ungern längere Zeit tragen.

 

Hört der Sitznachbar mit?

Ein ebenfalls wichtiger Punkt ist für mich aber auch viele andere, der Geräuschpegel, den man von außen hört. Schließlich möchte man im Flugzeug oder Bahn nicht alle Passagiere mit beschallen, wenn man mit seinem Kopfhörer Musik hört. Auch in diese Richtung isoliert der P7 vergleichsweise gut. Ab 50% Lautstärke kann der Sitzpartner oder Personen im gleichen Zimmer zwar doch gut mitlauschen (Angenommen es ist rundherum leise). Hierzu muss man die Musik dann aber auch schon ein gutes Stück aufdrehen. Unterwegs bei lauterer Umgebung, ist dies aber kein Problem.

Um es noch in Zahlen auszudrücken. Habe mal eine Schallmessung bei 80% Lautstärke in der Entfernung von 1 Meter gemacht ( wobei 80% schon nahe der Schmerzgrenze sind und man nie auf dem Level hört ).   

Abgesetzter Kopfhörer: 45-50 dB

Aufgesetzter Kopfhörer: 15-20 dB. 

Also eine ordentliche Geräuschreduzierung. Bei 15-20 ankommenden dB wird dies locker von Fahrgeräuschen übertönt. 

 

Umgebungsgeräuschabschirmung – ist der B&W P7 als Reisekopfhörer geeignet?

Hauptsächlich benutze ich meine Kopfhörer zu Hause, bin jedoch auch viel unterwegs und bin deshalb auch von Noice-Cancelling Kopfhörer fasziniert. Gerade als Reisekopfhörer habe ich sehr lange zwischen dem Bose QC35, Sony MDR-1000, Sennheiser Momentum II Wireless und Bang&Olufsen H9 geschwankt. Mich jedoch letztendlich dann doch für den P7 entschieden, obwohl er gar keine Aktive Geräuschabschirmung ANC besitzt.

Dafür bietet er durch seine sehr anschmiegsamen Ohrpolster schon einen von Grund auf gute passive Geräuschabschirmung. Setzt man den Kopfhörer auf, wird alles schon ganz gut gedämpft. Schaltet man jetzt noch Musik an, hört man spätestens auf halben Lautstärkepegel nichts mehr von der Umgebung. Dafür ist der Klang um ein gewaltiges Stück besser wie bei den 4 ANC Kandidaten. Das ANC erzeugt oft ein Grundrauschen, welches bei Stille oder leisen Passagen sich bemerkbar macht und eine generelle Klangverschlechterung. Besonders im direkten Vergleich der Kopfhörer ist mir dies deutlich aufgefallen. 

Ich kann den P7 somit auch als Reisekopfhörer für Musikliebhaber empfehlen. Legt man großen Wert auf Noice Cancelling, dann würde ich zu dem Bose QC35 greifen, welcher nach meinen Tests das beste ANC bietet. Klanglich war für mich der Sennheiser Momentum II Wireless unter den ANC Kopfhörern mit am besten. 

 

Fazit:

Die Mischung aus hochwertigsten Materialien und hervorragendem Klang macht den Bowers & Wilkins P7 Wireless zu meinem persönlichen Spitzenreiter unter Over-Ear Kopfhörern bis 500€+.

Wer also einen erstklassigen Allrounder sucht, ist mit dem B&W P7 Wireless bestens aufgehoben. 

Der UVP von 400€ ist natürlich eine Ansage für einen Kopfhörer. Verglichen mit der Materialqualität und dem Klang, vergisst man diesen spätestens nach dem ersten Aufsetzen und Hören ;).

 

In letzter Zeit war er sogar einige Male für um die 300€ im Angebot. Wer Interesse an dem Kopfhörer hat, sollte für den Preis schnellstens zugreifen.


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