Für den Hobby- und Heimwerkerbedarf kann man immer mal wieder ein Heißluft Gebläse gebrauchen. Hier gibt es wie bei vielen anderen Produkten auch eine riesige Auswahl und große Preisspanne. Sehr günstige Heißluft Gebläse können aber aufgrund schlechter Qualität auch sehr gefährlich werden. So liest man bei diversen Rezensionen von 10-20€ Produkten, dass das Plastik Gehäuse nach ein paar Minuten schmilzt oder sich sogar entflammt.

Marken Produkte kosten hier aber auch schnell 60-120€, was für den Hobbybedarf für viele wohl zu viel ist. Bort liegt mit seinem Modell im guten Mittel und macht auf den ersten Blick auch einen soliden Eindruck.

#Erst einmal zum Lieferumfang.

Die Hausluftpistole wird in einem Plastikkoffer geliefert.  Mit dabei sind praktischerweise 4 Düsen: Reduzierdüse, Abstrahldüse, Breitstrahldüse und Reflektordüse.

Auch eine Bedienungsanleitung ist mit dabei, sogar ebenfalls in Deutsch… Wenn auch etwas schlecht übersetzt.

 

 

#Erster Eindruck:

Von der Verarbeitung macht das Gerät einen für den Preis qualitativ angemessenen Eindruck. Es liegt gut in der Hand und der Schalter ist auch einfach zu erreichen. Mit den Düsen kann man den Luftstrom nochmal komprimieren oder abgrenzen. So lässt sich mit dem Werkzeug auch relativ genau arbeiten. Der Koffer ist vom Material nicht besonders hochwertig, erfüllt aber seinen Zweck. Die Düsen lassen sich hier in Aussparungen einlegen und halten fest. Zum Schließen muss man aber immer ein wenig das Kabel des Gebläses abknicken und gut verstauen, weil der Koffer sich ansonsten oft nicht richtig schließen lässt.

 

#Einsatz & Leistung:

Wie die meisten Heißluftgebläse im Anfänger Bereich hat der Bort auch eine Leistung von 2000 Watt. Dies reicht auch für die meisten Arbeiten vollkommen aus. Zum kompletten Aufheizen brauch er bis zu einer Minute, der Luftstrom wird aber bereits nach wenigen Sekunden sehr heiß. Daher sollte man hier sehr aufpassen und den Fön nicht auf Menschen oder brennbare Gegenstände zu richten, geschweige denn die Hand davor zu halten um zu prüfen, ob er denn schon warm ist. Bei der ersten Benutzung sollte man ihn draußen bzw. in einem gut gelüfteten Raum erst einmal warmlaufen lassen, um alles ausdampfen zu lassen.

Meine bisherigen Einsatzgebiete:

-Gut geeignet…

Hauptsächlich verwende ich das Heißluftgebläse zum Folieren, Verarbeiten von Schrumpfschläuchen und zur Kabelkonfektion. Aber auch für Trockenvorgänge ist es ganz gut und man kann in kürze Lack oder Klebstoff aushärten. Natürlich ist das Gerät auch ganz praktisch zum schnellen Grill aufheizen ;-).

-etwas weniger gut geeignet…

Auch zum Lack Entfernen hatte ich hier ein paar Einsatzgebiete und wollte alte Holzmöbel noch von Lackresten befreien. Ganz so leicht geht es dann aber doch nicht, wie ich mir vorgestellt habe. Ich musste in meinem Fall auf Stufe 2 immer so 10-20 Sekunden an eine Stelle draufhalten und dann kann man den Lack abkratzen. Dauert bei größeren Flächen aber dann doch eine Weile und braucht manchmal mehrere Versuche.

Zum Löten oder Entlöten eignen sich Heißluftgebläse meiner Meinung nach nicht so gut. Und gerade bei empfindlichen Bauteilen macht man hier schnell etwas kaputt. Ich habe dies zum Test mal mit einer alten Platine ausprobiert. Falls man hier mit einem Ruck komplett alle Bauteile entlöten möchte, ist das ganze natürlich praktisch und geht schnell. Dennoch musste man einige Sekunden draufhalten und die Platine mit Bauteilen werden hier sehr heiß.  Das ist aber natürlich bei anderen Heißluftgebläsen nicht anders.

 

#Temperatur:

Die Temperaturen sind mit 400°C auf Stufe 1 und 600°C auf Stufe 2 angegeben. Ich habe hier mal mit einem Infrarotthermometer nachgemessen, welche Temperaturen der Fön am Werkstoff erreicht. Gemessen habe ich hier an einem 8cm breiten, 1mm dicken Metallblech mit 10cm Anstrahlabstand.

1 Minute Anstrahlzeit:  Stufe 1 [ ~150°C]; Stufe 2 [~255°C]

2 Minuten Anstrahlzeit: Stufe 1 [ ~155°C]; Stufe 2 [~290°C]

Nach 2 Minuten hat sich die Temperatur nur noch geringfügig erhöht. Mit 600°C Maximaltemperatur habe ich hier mir aber doch etwas mehr erwartet und vermute die Temperaturen sind auch nur Extremwerte, welche im Gebläse selbst erreicht werden. Was dann im Endeffekt am Werkstück ankommt ist deutlich geringer. Die 2. Stufe hat aber deutlich mehr Power als Stufe 1. Der Luftstrom ist um einiges heißer und stärker und das Werkstück erhitzt sich auch mehr als doppelt so schnell.

 

#Betriebsdauer:

Nach 10-15 Minuten Dauerbetrieb riecht man immer einen leichten verschmorten Kunststoff Geruch. Habe ihn daher auch immer nach 10 Minuten wieder abkühlen lassen. Besonders wenn man ihn auf Stufe 2 längere Zeit durchlaufen lässt, wird er sehr heiß. In der Bedienungsanleitung steht ebenfalls der Ratschlag, dem Gerät alle 15 Minuten eine Pause zu gönnen. Man will ja schließlich nicht, dass es in Flammen aufgeht, wie einige es bei manchen anderen Geräten auf Amazon schildern.

 

#Fazit:

Ganz klar für den Preis kann man hier nicht meckern und man erhält ein solides Werkzeug mit angemessener Leistung. Profi Qualität für den ebensolchen Einsatz kann man hier nicht erwarten. An diese Zielgruppe ist das Gerät denke ich aber auch nicht gerichtet. Für den Anfänger oder Hobby Bereich kann ich es aber auf jeden Fall empfehlen. Zu günstigeren Modellen, wie es schon für 15€ aus China o.ä. gibt sollte man aus Sicherheitsgründen besser nicht greifen. Gerade bei Werkzeug solcher Art, spart man hier definitiv am falschen Ende. Für die meisten Anwendungsgebiete reicht das Gerät auch vollkommen aus und bin bisher ganz zufrieden. Erwähnenswert sind ebenfalls die 5 Jahre Garantie auf das Produkt! Diese erhält man oft sogar nicht mal bei deutschen Markenprodukten.

 

Leave a reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.