Jeder Heimwerker kennt die Situation, wenn man im Haus viel vermessen muss und nicht immer sind Zollstöcke hier die praktischste und schnellste Lösung. Laser Messgeräte sind hier schon länger ein bewährtes Hilfsmittel mit denen sich auch größere Distanzen schnell und einfach abmessen lassen.

Das Alfawise LS-1 ist dabei eine günstige und sehr kompakte Alternative aus China. Für um die 15 € erhält man das kleine Gerät für den Schlüsselanhänger schon, wobei man hier im Lande für Markengeräte schnell bei 50-100 € liegt für solche Messgeräte.

Auf den ersten Eindruck gefällt es mir sehr gut. Es sieht hochwertig aus in dem Aluminium Gehäuse und ist wirklich sehr klein. Das Display lässt sich gut ablesen und die Bedienung ist denkbar einfach mit einem Knopf geregelt.

Akku

Als Energielieferant ist ein Lithium Akku verbaut, der sich über MikroUSB aufladen lässt. Er hält für einige..ziemlich viele..Messungen. Kurz gesagt er ist mehr als ausreichen und ich hab nach 100 Messungen irgendwann aufgehört zu zählen, nachdem immer noch alle Striche der Akkuladung angezeigt wurden. Laut Angaben sind in etwa 3000 Messungen pro Akkuladung drin.

Messung

Kalibrierung

Das Wichtigste natürlich bei einem Messgerät – die Genauigkeit. Das Alfawise LS1 verfügt sogar über eine Kalibrierung, bei der man die Messung um +/- 7mm kalibrieren kann. Das empfehle ich vor der Nutzung jedem! Schließlich sollte man nicht blind solchen Geräten alles glauben, was sie anzeigen.
Ist das Gerät ausgeschaltet lässt sich mit einem langen Druck (>5 Sekunden) direkt das Einstellungsmenü starten, wo man Zugriff auf die Kalibrierung aber auch die Einstellungen der Einheiten hat sowie Hintergrundbeleuchtung anpassen kann. In meinem Fall habe ich es auf -7mm eingestellt, da er immer zu hoch lag. Dennoch hat das Messgerät auch nach der Kalibrierung immer ein bisschen drüber gelegen.

Messgenauigkeit

0,03 bis 40 Meter sind als Messspanne angegeben, wobei die Angelegenheit ab 15 Meter ein Ergebnis zu erhalten schon eine Herausforderung darstellt, da selbst kleine Abweichungen in der Ausrichtung des Lasers zu einem falschen oder gar keinem Ergebnis führen.

Im Diagramm habe ich mal ein paar Vergleichswerte aufgestellt, wobei hier als Referenzgerät der gute alte Zollstock und das Bosch Zamo diente.

Für Distanzen unter 1 Meter ist das Gerät eigentlich eher weniger geeignet und gibt immer deutlich höhere Werte aus. In meinem Fall nach der Kalibrierung 5-8mm zu viel (davor 7-15mm). Im Bereich von 1 bis 12,5 Meter war es dann überraschend genau und zu mindestens auf die erste Kommastelle hat der Wert gestimmt. Ob Zufall oder Können: 12,5 Meter wurden exakt bestimmt mit 12,500 m.. danach ging es jedoch wieder bergab, was aber hauptsächlich am Bediener lag 😉

Im Test hatte ich Probleme größere Distanzen zu messen, da das Alfawise keine Wasserwaage beinhaltet. Auf eine gerade Ausrichtung in beiden Achsen ist hier in jedem Fall zu achten. Ich hatte es hier zwar auf einem Stativ befestigt und mit einer Wasserwaage ausgerichtet. Dennoch ist die Justierung hier Schwieriger als bei größeren Laser Messgeräten mit zwei eingebauten Wasserwaagen für x,y Richtung.
Bei 20 Meter hat es das Messgerät selten geschafft die Entfernung zu bestimmen und wenn es mal geklappt hat, dann wurde die Entfernung mal eben verdoppelt und 40,00m standen auf dem Display. (scheinbar wohl einfach den Maximalwert angezeigt).

Ebenfalls wichtig bei Messungen größerer Distanzen: Die Oberfläche auf die der Laser gerichtet ist. Reflektiert diese schlecht oder streut, dann kommt am Empfänger nicht mehr viel an.

Fazit:

Als ernsthaftes Profi Messgerät kann ich das Alfawise L1 nicht empfehlen, aber als Ergänzung für die Hosentasche und den Hobbybedarf ist es wirklich top und erfüllt seinen Zweck. In meinem Test hat es vor allem im Bereich 1-12,5 Meter eine gute Genauigkeit auf die 1. Kommastelle geschafft. Die Abweichungen lagen nach einer Kalibrierung bei durchschnittlich +2,75% bzw. durchschnittlich 6mm zu viel. Hier hat es selbst das Bosch Gerät überraschenderweise selten deutlich genauer geschafft, kam jedoch in meinem Test auf eine Durchschnittsabweichung von +1,88%, was besonders an der höheren Genauigkeit im Bereich 0,5 – 2 Meter lag.

Letztendlich hängt es natürlich von dem eigenen Anwendungszweck und der gewünschten Genauigkeit ab, ob man zum Alfawise oder 3-5 fach teureren Alternativen wie Bosch oder Makita greift. Im Hobbybedarf wird es in den meisten Fällen nicht so viel ausmachen, ob jetzt 5,10m gemessen werden oder 5,16m.

Daher als Hosentaschengerät und “Immerdabei” Messgerät sehr praktisch und empfehlenswert. Für den Preis kann man hier nichts sagen.

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Alfawise LS1 Laser Entfernungsmesser

16€
9.3

Verarbeitung

10.0/10

Akkulaufzeit

10.0/10

Messgenauigkeit

8.0/10

Preis/Leistung

9.0/10

Pros

  • Klein und kompakt
  • Vergleichsweise sehr günstig
  • Gute Messergebnisse im Bereich 1-12m

Cons

  • Größere Abweichung bei kleineren Distanzen unter 1m
  • Schwierig größere Distanzen zu messen, u.a. aufgrund fehlender Wasserwaage
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