Das Licht im Mittelpunkt – Mehr Ambiente mit Philips Hue – zurecht #1 der Smart Home Beleuchtung oder gibt es bessere Alternativen?

Kategorien Beleuchtung, Produkttest, Smart Home

Licht und die richtige Beleuchtung ist in meinem Alltag für mich sehr wichtig. Beim Arbeiten und Lesen habe ich am liebsten Kaltweißes Licht und beim Essen, Fernsehschauen und gemütlichen Entspannen abends darf ein warmweißes Licht nicht fehlen.

Ich finde daher die Idee des Philips Hue Systems super, einfach und schnell die Lichter über Schalter, Handy oder automatisiert einzuschalten, zu dimmen und die Lichtfarbe ändern zu können.

Philips ist in diesem Segment wohl eindeutig der aktuelle Marktführer, jedoch zählt das System auch eindeutig zu den teuersten aller smarten Beleuchtungssysteme momentan auf dem Markt. Ob sich das System lohnt und wie groß der Unterschied zu anderen Systemen, wie etwa das IKEA Tradefri, TP-Link oder Produkten aus China ist, werde ich in diesem Beitrag aufführen.

Lieferumfang: 3 Hue Lampen, Bridge + Netzteil, Wandschalter

 

Die Einrichtung des Systems geht wirklich nicht einfacher und schneller! Lampen eingeschraubt und die Bridge an den Strom angeschlossen, eingeschaltet und über die App neue Geräte gesucht. Es wurden bei mir sofort alle 3 Lampen des Sets und der Lichtschalter gefunden und hinzugefügt. Man kann den Lampen nun noch einen Namen geben, sodass man sie besser zuordnen kann.

 

Reichweite, Reaktionszeit und Zuverlässigkeit:

Ich habe in manchen Punkten etwas Bedenken gehabt, da ich bereits eine WLAN Lampe von einem anderen Hersteller besitze, die jedoch häufig nicht ansteuerbar und in Räumen mit 1-2 Wänden zwischen Router und Lampe nur sehr schlechten Empfang hatte. Das Philips System basiert auf dem Protokoll Zigbee, was nicht nur stromsparender ist sondern auch höhere Reichweiten ( bei mir zumindestens) bietet. Egal wo ich bei uns die Lampen in der Wohnung einschrauben haben sie selbst in Zimmern mit 3 Wänden dazwischen noch guten Empfang und sind zuverlässig ansteuerbar.

Ein weiterer Pluspunkt ist, dass man bei mehreren Lampen durch die Bridge nicht alle Geräte im WLAN anmelden muss und somit den Router überlastet.  Die Reaktionszeit bei Philipshue ist ca. 0,5 ms und die Lampen reagieren somit sehr schnell auf Aktionen. Bei WLAN Lampen dauert dies gerne mal 2-4 Sekunden. Bisher läuft das System bei mir wirklich sehr zuverlässig.

 

Steuerungsmöglichkeiten:

Mit dem Philips Hue Lichtschalter kann man die Lampen ein bzw ausschalten und dimmen. Der Einschalter lässt sich hierbei mehrfach belegen, sodass man nacheinander verschiedene Modi durchgehen kann. Z.B. beim ersten Klicken  Warmweiß 100%, beim zweiten Mal klicken 100% Kaltweiß, 3. Mal  20% Warmweiß usw. So lässt sich schnell und einfach das passende Licht im Raum einschalten.

Über die App lassen sich ebenfalls alle Lampen einzeln oder in Gruppen ansteuern. Man kann dabei beliebig Gruppen erstellen und dort seine Lampen hinzufügen. Es gibt auch vorgegebene Szenen wie „Konzentration“, welche dann ein kaltweißes Licht einschaltet. Ich finde die App sehr schön und sie ist übersichtlich aufgebaut. Alles lässt sich selbsterklärend und einfach einstellen und einrichten.

Die Lampen lassen sich aber auch automatisch schalten. So kann man morgens zu einer bestimmen Uhrzeit das Licht langsam sich einschalten lassen, dass man sanft aufwacht oder es an bestimmte Events koppeln. Mehr Möglichkeiten ergeben sich hier aber hauptsächlich mit zusätzlichem Zubehör wie dem Philips Hue Bewegungsmelder.

 

Hue App – Mehr Schein als sein

Philips hat seit kurzem nach diversen News “das größte App Update allerzeiten” veröffentlicht in der Version 3. Ich war echt gespannt drauf und hatte große Erwartungen, wurde jedoch wie der Großteil der Nutzer sehr enttäuscht. Hauptsächlich wurde nur am Design gewerkelt und viele vermisste Funktionen bleiben vermisst.

Was fehlt aber?  Vom Grundaufbau finde ich die App wirklich klasse und das Design ist auch gelungen. Alles lässt sich schnell und einfach einstellen und erreichen. Trotzdem fallen einem nach längerem Nutzen viele fehlende Funktionen auf, die andere Anbieter schon lange bieten. Ein paar Beispiele..:

Nummer 1. Die Gruppenfunktion. Hat man eine Lampe mit mehreren Glühbirnen oder möchte in einem Zimmer Gruppen erstellen wie “Fernsehecke” oder “Schreibtisch” dann kann man das mit der App einfach nicht machen, was mich immer noch sehr stört.

Nummer 2. Verwenden von mehreren Bridges gleichzeitig. Hat man mehrere Bridges – ob von unterschiedlichen Herstellern oder eine virtuelle Bridge wie HA-Bridge dann kann man immer nur eine in der App nutzen und muss diese unter den Einstellungen anwählen. Hier wäre es natürlich klasse, wenn man die Lampen und Geräte von allen Bridges zusammenfassen könnte und in der Übersicht zusammen steuern könnte..

Nummer 3.  Eingeschränkte Funktionen des zusätzlichen Zubehörs: Beim Bewegungsmelder lässt sich immer nur eine Tag und Nachtphase einstellen. Die andere Phase startet automatisch wo die andere endet. Man kann also z.B. nicht von 8-18 Uhr den Bewegungsmelder deaktivieren und dann von 18-24 Uhr einen Lichtmodus aktivieren und von 0:00 bis 8 Uhr einen Nachtlichmodus. So geht auch tagsüber das Licht an, wenn es mal etwas dunkler wird. Dies lässt sich natürlich mithilfe des Tageslichtsensors etwas beschränken aber trotzdem hat man hier nicht freie Einstellungsmöglichkeiten.

Das war natürlich nicht alles. Vieles sind aber Kleinigkeiten.

Zum Glück gibt es Drittanbieter Apps die diese Funktionen nachrüsten. Besonders nützlich finde ich auch hier das Auslesen des eingebauten Temperatursensors im Bewegungsmelder (ja der hat einen integriert!) oder das inviduelle Belegen aller Tasten des Wandschalters – auch mit einer “3 sek gedrückt Halten Funktion”. Dies bietet einem einen viel größeren Umfang an Möglichkeiten.

Hier gibt es also definitiv Verbesserungsbedarf in der Software bei so einem teuren System. Man muss hier also noch auf Updates hoffen.

 

Das Licht:

Das wichtigste natürlich: Wie ist das Licht? Ich muss sagen, dass ich von der Helligkeit der Lampen überrascht war, da sie von ihrer Größe nicht nach viel aussehen. Die Helligkeit ist aber wirklich ordentlich und ersetzt bei uns 60 Watt Glühbirnen. Das Licht ist sehr angenehm und lässt sich stufenlos sehr fein einstellen von fast schon orangenem Warmweiß bis hin zu leicht bläulichem Kaltweiß. Hier findet man immer die richtige Lichtwärme für den Moment.

 

Beispielbilder:

Kaltweiß 6500K

Warmweiß 2200K

 

Emotionale Auswirkungen des Lichtes:

Ich bin schon etwas empfindlich was Licht angeht und brauche wie schon gesagt zum Arbeiten und zum Konzentrieren kaltes Licht. Bei warmen Licht fühle ich mich entspannter und werde auch schneller müde. Das konnte ich mit den Philips Lampen hier nochmal sehr deutlich testen und bestätigen. Vorher hatte ich in meinem Wohn- und Arbeitszimmer immer nur Lampen mit einer festen Lichtwärme und konnte somit nichts an meine Aktionen anpassen. Da meine Arbeitsecke sich im Wohnzimmer befindet, hatte ich hier ein Mittelmaß und Lampen mit 3000K. Zum Arbeiten war dies aber noch zu warm, so wirklich entspannend war es dagegen auch nicht.

Kurz und knapp: Die Möglichkeit der Einstellung der Lichtwärme macht einen enormen Unterschied und ist wirklich nützlich. Bin sehr begeistert!

 

 

Stromverbrauch:

Bei Smart Home Geräten mit WLAN Controller ist der Stromverbrauch, wie in meinen letzten diversen Testbeiträgen zu lesen ist, leider nicht all zu gering und fällt bei WLAN Lampen im Standby meistens mit 1-2 Watt aus.

Bei Philips Hue hat man zusätzlich noch die Bridge, welche ein bisschen Stromverbrauch. Dafür sind die Lampen um mehr als die Hälfte sparsamer. Ab 3-4 Lampen lohnt sich das Philips Hue System bezogen auf den Stromverbrauch bereits gegenüber WLAN Lampen anderer Hersteller. 

gemessene Daten:

Bridge:  2,3 Watt

E27 Lampe (100% Helligkeit):  4,7 Watt Warmweiß – 5,8 Watt Kaltweiß –  7,5 Watt  50KW:50WW

Lampe im Standby:  0,6 Watt

 

 
Vorteile des Philips Hue Systems gegenüber anderen:

-umfangreiche und sehr gute Unterstützung mit Drittanbieter Smart Home Geräten wie Amazon Alexa und Co. Sowie problemlose Integration

-Großes Farb- und Weißspektrum, welches sich sehr feinstufig einstellen lässt

-relativ geringerer Standby-Stromverbrauch der Lampen

-großes Sortiment an Lampen wie E14 Kerzen, GU10 etc. aber auch Philips Hue Leuchten (Deckenlampen, Tischlampen..)

-schnelle Reaktionszeit

-Vielseitige Steuerung (Wandschalter, App, Sprachassistenten, Automatisierung..)

 

Nachteile:

-Eingeschränkte App Funktionen

-Preis! Ja ehrlich gesagt ist das der größte Kritikpunkt von meiner Seite an dem System.

 

 

Fazit:

Zugegeben das Philips Hue System ist nicht günstig. Besonders die farbigen Lampen kosten für meinen Geschmack einfach zu viel. Ich bin aber bereits nach kurzer Zeit auf den Geschmack gekommen und Philips Hue hat meine Begeisterung geweckt! Gerade für Leute, für die Licht und die richtige Beleuchtung eine wichtige Rolle spielt, ist das System wärmstens zu empfehlen.

Wer vor hat sein ganzes Haus auf smarte Beleuchtung umzurüsten und sich von dem Anschaffungspreis nicht abschrecken lässt, der erhält mit Philips Hue definitv das momentan best entwickelte, zukunftsicherste sowie zuverlässigste Beleuchtungssystem.

Philips Hue auf Amazon: https://amzn.to/2sAMnvE

 

 

4 Gedanken zu „Das Licht im Mittelpunkt – Mehr Ambiente mit Philips Hue – zurecht #1 der Smart Home Beleuchtung oder gibt es bessere Alternativen?

  1. Moin Patrick,
    ich möchte mir gerne eine Gaming und Film Beleuchtung aufbauen und bin auf der Suche auf deinen Beitrag hier gestoßen. Habe gelesen, dass Philips mit Razer zusammenarbeitet, sodass man die Beleuchtung von Razer Produkten damit steuern kann (da ich Tastatur und Maus von Razer besitze, ist das ganz interessant für mich 😉 ) . Außerdem soll es neuerdings möglich sein mit den Hue Lampen eine Art “Ambilight” einzustellen für alles was auf den PC Monitoren dargestellt wird. Finde dazu aber kaum Informationen.
    Ist das schon möglich und weißt du was ich dazu alles brauch und wie das funktioniert?

    Beste Grüße und danke für eine Antwort,
    Jan

    1. Hi Jan,
      ja es ist schon möglich.
      Du benötigst dafür die Hue Sync App, die kannst du dir hier downloaden https://www2.meethue.com/en-us/entertainment/hue-sync (auf der deutschen Seite gibt es sie anscheinend noch nicht)..
      Dann kannst du dir einen Entertainment Bereich einrichten und alle deinen Lampen in der App so positionieren wie sie bei dir im Zimmer stehen. Das funktioniert aber nur mit den Farb-Lampen bzw. farbigen LED Streifen. Dann leuchten sie in den Farben, die dein Monitor darstellt oder eben im Takt von der Musik, welche du am PC abspielst.

      Da mich die Funktion auch interessiert, werde ich das auch mal ausprobieren und dazu in nächster Zeit noch einen Beitrag mit genaueren Infos verfassen.

      Viele Grüße,
      Patrick

  2. Danke für deinen ausführlichen Bericht. Das neue Philips Hue App Update wurde etwas zu viel gehypet..an den ein oder anderen Funktionen die man sich bei so einem teuren System noch wünscht ist leider nichts dazugekommen..Bin ansonsten aber sehr zufrieden.

    Noch eine Frage.. ich möchte mein Hue System noch erweitern und bin gerade auf der Suche nach günstigen und kompatiblen Lampen, weiß aber nicht welche gut mit Hue harmonieren oder überhaupt funktionieren.
    Hast du Erfahrung mit den IKEA Tradefri Lampen? Oder kannst du andere preiswerte Alternativen zu den Original Lampen empfehlen?

    1. Hallo Enrico,
      von den IKEA Lampen habe ich einige im Einsatz bei mir zu Hause und sie funktionieren einwandfrei mit dem Philips Hue System.
      Du musst aber darauf achten, dass die Charge (aufgedruckte Nummer) eine neuere ist wie 1721, also größere Nummer. Ältere Lampen aus Chargen davor müssen nämlich vorher mit einem IKEA Gateway geupdatet werden.
      Ansonsten habe ich von Osram mal eine E14 Lampe und ein LED Stripe ausprobiert, die ließen sich aber nicht wirklich gut steuern und gab einige Probleme. Die Osram Steckdosen funktionieren hingegen perfekt.
      Ich werde in nächster Zeit dazu aber auch noch einen Beitrag veröffentlichen, wo ich Alternativ Systeme vorstelle und vergleiche imklusive den Kompatibilitäten untereinander.

      Viele Grüße,
      Patrick

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